FENSTERFABRIK
Einsprachen für den Bebauungsplan Allmend in Hagendorn bleiben aus

Für die Erweiterung der Fensterfabrik ist ein neuer Bebauungsplan nötig. Nachdem jener an der Urne mit über 70 Prozent angenommen worden ist, gibt es bis jetzt auch keine Einsprachen gegen die Planauflage.

Vanessa Varisco
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Am 29. November wurde über eine Erweiterung der Fabrikhalle (rechts) abgestimmt.

Am 29. November wurde über eine Erweiterung der Fabrikhalle (rechts) abgestimmt.

Bild: Patrick Huerlimann (Cham, 27. Oktober 2020)

Grünes Licht für den Bebauungsplan Allmend in Hagendorn: Wie die Zuger Baudirektion auf Anfrage mitteilt, sind nach aktuellem Stand (2. Februar 2021) keine Einsprachen gegen den Bebauungsplan eingegangen. Aufgelegt war er bis zum 27. Januar. Dabei ist zu beachten, dass eine Einsprache direkt zuhanden der Staatskanzlei hätte eingereicht werden müssen. Und da dies auch per B-Post möglich sei, sei die Auskunft nicht abschliessend, führt der Kommunikationsbeauftragte Charly Keiser aus. Der Bebauungsplan ist nötig für die geplante Erweiterung Fensterfabrik Baumgartner. Verwaltungsratspräsident Stefan Baumgartner zeigt sich entsprechend erfreut:

«Grundsätzlich sind wir von der Qualität des Projekts überzeugt, weshalb es uns freut, dass die Anwohner uns damit ihr Vertrauen aussprechen.»

An der Urne hat sich die Chamer Stimmbevölkerung bereits letzten Herbst für das Projekt ausgesprochen: Mit je fast 70 Prozent hat sie sowohl den Bebauungsplan als auch die Zonenplanänderung befürwortet. Gemäss Stefan Baumgartner wurde gegen jene Abstimmung allerdings eine Einsprache erhoben, da in den Plänen die Masse missverständlich markiert worden seien, so der Einsprecher. Zu einer Verzögerung führt der Einwand allerdings nicht.

Tempo 20 für weniger Lärm

Das Projekt zur Erweiterung wurde seitens Politik und Gewerbe breit unterstützt. Anwohner, die mehr Lärm durch den Lastwagenverkehr befürchteten, äusserten im Vorfeld zur letztjährigen Abstimmung aber Bedenken. «Uns ist es ein Anliegen, in Austausch mit der Bevölkerung zu treten und Lösungen zu finden, die möglichst viele zufriedenstellen», erläutert der Verwaltungsratspräsident. Zu diesem Zweck luden die Verantwortlichen der Fabrik bereits kurz nach der Abstimmung zu einer Anwohnerinformation ein – wo auch das Thema der Lärmemissionen aufgegriffen wurde.

So soll beispielsweise bei der Anlieferung konsequent Tempo 20 eingehalten werden. «Wir haben die Kontrollen diesbezüglich intensiviert und auf die grossen Zulieferer ausgedehnt», erklärt Baumgartner. Neben den Messungen, die eine Lärmreduktion bestätigen, ist er persönlich davon überzeugt, dass die Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometern einen Beitrag zur Sicherheit leiste. Im Familiendorf Hagendorn sind bekanntlich viele Kinder unterwegs, die morgens und abends zur Schule und in den Kindergarten laufen. «Je niedriger das Tempo, desto besser können die Fahrer auch auf Unvorhersehbares reagieren.»

Der Austausch mit den Anwohnern habe denn auch gezeigt, dass die Bedürfnisse unterschiedlich ausfallen. So sollen die Lastwagen in der Bauzeit nicht über die Dorfstrasse zur Erweiterung geführt werden, sondern über die periphere Maschwandenstrasse. Dafür spricht beispielsweise, dass mit weniger Lärm gerechnet wird. Dagegen spricht, dass man einen Rückstau befürchtet.

Zum 200-Jahr-Jubiläum soll die Erweiterung stehen

Da bislang keine Einsprachen eingegangen sind, ist vorerst auch nicht mit Verzögerungen zu rechnen. Noch im Sommer dieses Jahres sollen die Spundwände – ein Verbau zur Sicherung der Baustelle – errichtet und ab August die erste Bauetappe in Angriff genommen werden. Die zweite Etappe folgt voraussichtlich 2025. Im März jenen Jahres soll die Fassade stehen, der Innenausbau wird ebenfalls 2025 abgeschlossen – pünktlich zum 200-jährigen Bestehen der Fensterfabrik. Man behalte das Ziel im Auge.

Stefan Baumgartner beschreibt die Suche nach Einvernehmen mit den Nachbarn durchaus als Herausforderung – vor allem, weil man eine gute Lösung für alle suche und in gewissen Bereichen noch zu wenig über die Bedürfnisse der Anwohner wisse. «So zum Beispiel bei der Landwirtschaft im angrenzenden Gebiet. Dort kannten wir uns zu wenig aus, deshalb suchten wir den Austausch», so Baumgartner. Man wolle die bestmögliche Option für alle Beteiligten finden und sei sehr motiviert, jene in naher Zukunft auszuarbeiten.

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