Schwingklub Flüelen
Statt einer Jubiläumsfeier gibt es eine 70-seitige Festschrift

Die 100-jährige Geschichte des Schwingklubs Flüelen wird in einem Heft präsentiert.

Drucken
Pius Zwyer (mit Stier) gewann am Ob- und Nidwaldner Schwingfest 1987 gegen seinen Klubkollegen Bernhard Walker (links). Danach stieg im Hotel Eden in Sisikon ein grosses Fest.

Pius Zwyer (mit Stier) gewann am Ob- und Nidwaldner Schwingfest 1987 gegen seinen Klubkollegen Bernhard Walker (links). Danach stieg im Hotel Eden in Sisikon ein grosses Fest.

Bild: PD
(pd/lur)

Geplant war eigentlich ein grosses Fest in der Turnhalle in Sisikon. Doch daraus wurde nun nichts. «Corona hat das 100-Jahr-Jubiläumsfest des Schwingklubs Flüelen regelrecht vermiest», sagt Klubpräsident Christian Arnold. Der Vorstand hat nun provisorisch ein neues Datum für das Jubiläumsfest im Oktober 2021 reserviert. «Wir wollen aber dennoch in Kontakt mit unseren Mitgliedern bleiben – auch wenn vorerst keine Schwingeranlässe stattfinden werden», sagt Arnold. Deshalb verschickt der Klub in diesen Tagen an seine Schwinger, Funktionäre, Frei- und Ehrenmitglieder ein spezielles Jubiläumsheft.

Historiker und Ehrenmitglied Elias Bricker hat auf rund 70 Seiten die Geschichte des Schwingklubs Flüelen aufgearbeitet. Er beleuchtet dabei die Höhepunkte der hundertjährigen Vereinsgeschichte. Dazu gehören etwa Hans Zieglers Kranzgewinn am «Eidgenössischen» 1937 oder das Ob- und Nidwaldner Schwingfest 1987, als sich mit Pius Zwyer und Bernhard Walker zwei Klubkameraden im Schlussgang gegenüberstanden.

Schwingerinnen sorgten für Diskussionen

Im Heft finden sich auch viele schon beinahe vergessene Episoden des Klubs: Wer weiss denn heute noch, dass der Schwingklub Flüelen in den 1960er-Jahren in Seelisberg eine Untersektion betreute oder dass erfolgreiche Flüelerinnen in den 1980er-Jahren für heftige Diskussionen sorgten?

Erfolgreiche Flüeler Schwingerinnen sorgten damals für Diskussionen. Sie waren einige davon (von links): Pia Arnold-Gisler, Pia Gisler-Herger und Heidi Gisler-Schilter.

Erfolgreiche Flüeler Schwingerinnen sorgten damals für Diskussionen. Sie waren einige davon (von links): Pia Arnold-Gisler, Pia Gisler-Herger und Heidi Gisler-Schilter.

Bild: PD

Schwingen war in Flüelen aber schon populär, lange bevor der Klub gegründet wurde. Denn die Urner Turnvereine verschrieben sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem dem Nationalturnen und förderten somit den Schwingsport im Kanton Uri im Speziellen. So führte auch der Turnverein Flüelen zwischen 1910 und 1920 mehrmals auf dem Holzplatz beim «Hirschen» ein Kilbischwinget durch.

Als Trainingshalle diente praktisch von Beginn an die alte Kirche, welche die Funktion einer Gemeindeturnhalle hatte. Die Schwinger hatten im Chor einen Sägemehlring errichtet. Erst mit dem Bau des Gehren-Schulhauses in den 1970-Jahren erhielten die Schwinger mit dem Athletikraum einen neuen Trainingsort. Allerdings ist dieser bis heute nur mit Matten bestückt.

Daher besuchten die Schwinger immer wieder die Trainings in den Schwinghallen anderer Klubs. 2010 errichtete dann der Vorstand auf dem Sportplatz die sogenannte Open-Air-Anlage, auf der im Sommer unter freiem Himmel im Sägemehl trainiert werden kann.

Zahlreiche Grossanlässe organisiert

Zu den Höhepunkten der Vereinsgeschichte gehören auch die Grossanlässe: Der Schwingklub Flüelen führte bereits 17-mal das «Kantonale» und viermal das «Innerschweizerische» durch. In bester Erinnerung ist allen Beteiligten noch das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest im vergangenen Jahr.

1991 organisierte der Urner Kantonalverband zudem unter Mitwirkung der Flüeler das Bundesfeierschwingfest zum 700-jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft. Das Fest lockte Tausende Zuschauer an. Einen grösseren Sportanlass hat es im Kanton Uri wohl kaum je gegeben.

Hinweis: Die Broschüre «100 Jahre Schwingklub Flüelen» ist im Restaurant Linde in Flüelen erhältlich, oder für Ausserkantonale auch per Mail an kempf-herger@bluewin.ch.