Coronavakzin
«Mit Liebe gemacht»: Ab nun wird auch in Uri geimpft

Im Kanton Uri ist der Startschuss zur Covid-19-Impfkampagne erfolgt. In einer ersten Phase sollen rund 80 Risikopersonen pro Tag geimpft werden.

Urs Hanhart
Merken
Drucken
Teilen
Der Altdorfer Max Clapasson erhielt als Erster im Kanton Uri eine Covid-19-Impfung.

Der Altdorfer Max Clapasson erhielt als Erster im Kanton Uri eine Covid-19-Impfung.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 4. Januar 2021)

In einem Patientenzimmer in Trakt A – also im Altbauteil des Kantonsspitals Uri in Altdorf – hat sich am Montag kurz vor 14 Uhr im Beisein von Gesundheitsdirektor Christian Arnold und Spitaldirektor Fortunat von Planta ein grosser Moment ereignet. Erstmals wurde im Kanton Uri eine Person gegen das Coronavirus geimpft. Der Altdorfer Max Clapasson erhielt den Impfstoff von Pflegfachfrau Erika Keller per Spritze in den linken Oberarm injiziert. Ein von aussen schmerzhaft aussehendes Prozedere, das der Senior mit stoischer Gelassenheit über sich ergehen liess. «Das war gar kein Problem. Ich habe zu meiner eigenen Überraschung überhaupt nichts gespürt», so der ehemalige Fussballer nach dem Piks. «Die Impfung ist mit Liebe gemacht worden. Es war wunderbar.»

Am Starttag konnten im Impfzentrum des Kantonsspitals rund 80 Dosen verabreicht werden. «Wir verimpfen alles, was uns zur Verfügung gestellt wird. Im Januar erhalten wir etwa 2000 Dosen», sagte Regierungsrat Christian Arnold. Im ersten Monat ergebe dies rund 80 Impfungen pro Tag. Der Gesundheitsdirektor geht davon aus, dass der zweite Corona-Impfstoff Mitte Januar bewilligt wird. Dieser werde dann in grösseren Mengen zur Verfügung stehen und sei auch leichter zu handhaben, weil er nicht derart stark gekühlt werden müsse. Mit dem zweiten Impfstoff sollen dann auch die Arztpraxen versorgt werden. Nach Einschätzung von Arnold sollten die Urner Alters- und Pflegeheime ungefähr Ende Februar durchgeimpft sein.

Pflegefachfrau Erika Keller bereitet eine Impfung per Spritze vor.

Pflegefachfrau Erika Keller bereitet eine Impfung per Spritze vor.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 4. Januar 2021)

Anzahl Dosen gibt den Takt an

Im Kanton Uri wird zweigleisig geimpft. Einerseits gibt es die Impfstation im Kantonsspital Uri, die sich im gleichen Gebäudeteil wie das Coronatestzentrum befindet. Andererseits ist eine mobile Equipe zu Impfzwecken in Alters- und Pflegeheimen unterwegs. Zum Auftakt am Montag war das Heim in Wassen an der Reihe. «Der limitierende Faktor ist momentan die Menge der Impfstoffdosen, die zur Verfügung steht. Wir können nur so viel impfen wie Impfstoff vorhanden ist. Dieser ist also der Taktgeber und nicht das Personal», sagte von Planta. Im Hinblick auf den Impfstart sei das Kantonsspital via Hotline geradezu mit Anfragen überhäuft worden. Von rund 300 Anrufen ist die Rede. Viele Impfwillige mussten jedoch auf später vertröstet werden.

Denn auch im Kanton Uri werden zunächst Personen über 75 Jahre, die der Risikogruppe angehören, geimpft. Es gibt aber auch Jüngere mit schweren Vorerkrankungen, die früh geimpft werden sollen. In einer zweiten Phase kommt dann das Pflegepersonal an die Reihe, das mit Angehörigen der Risikogruppe zu tun hat. Von Planta: «Bei uns am Kantonsspital ist die Impfbereitschaft beim Personal hoch. Prozentual kann ich es aber noch nicht genau überblicken. Aber die Impfbereitschaft ist deutlich höher als bei der Grippe-Impfung, was erfreulich ist.»