Wetter
115 Meldungen in Luzern, 220 in Zug: Heftiger Hagelsturm sorgt für überschwemmte Strassen und umgestürzte Bäume

Am Montagabend zog ein heftiges Gewitter über Luzern und Zug – und brachte die Einsatzkräfte an ihre Grenzen.

Stefanie Geske, René Meier
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Ein heftiges Gewitter mit Hagel ist am Montagabend über unsere Region gezogen.

Am Montagabend zogen wieder teils heftige Unwetter über die Schweiz. Lokal kam es zu heftigen Hagelstürmen und Starkregen.

Video: Silja Hänggi

Kanton Luzern

In Luzern standen fast 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Betroffen waren vor allem Gemeinden im Rontal, im Raum Rothenburg/Emmenbrücke und im Entlebuch. Zwischen 18.05 Uhr und 19.37 Uhr gingen insgesamt 115 Ereignismeldungen wegen Unwetterschäden ein. Nebst umgestürzten Bäumen betrafen die Meldungen unter anderem auch überschwemmte Strassenabschnitte wie Unterführungen, aber auch Wassermassen, die in Keller flossen. Das teilt die Luzerner Polizei am späteren Abend mit.

Das Unwetter mit Hagelschauern überzog weite Teile des Kantons Luzern. Am stärksten betroffen waren die Gemeinden Root, Meierskappel, Ebikon, Dierikon, Emmen und Buchrain. Aus dem nördlichen Kantonsteil gab es keine Meldungen. Total waren 14 Feuerwehrkorps mit fast 300 Personen an über 130 Stellen im Einsatz.

In Emmenbrücke war es schwierig für die Autofahrer, ihr Fahrzeug durch die Strassen zu manövrieren:

Leservideo: PilatusToday

Leservideo: PilatusToday

Ein Baum fällt an die Studhaldenstrasse in Luzern:

Leservideo: PilatusToday

Wasserfall auf einer Treppe in Gisikon:

Gisikon

Leservideo: Yvonne Eggermann

In Eschenbach hat ein Pferd das Unwetter für ein Bad genutzt:

Leservideo: PilatusToday

Auch in Buchrain hagelte es:

Leservideo Thomas Aebischer

In Rothenburg hagelte es ebenfalls stark:

Leservideo: PilatusToday

Das Unwetter hat auch diverse Bäume entwurzelt und umgestossen:

Leservideo

In Hellbühl (Neuenkirch) hat das Unwetter eine Beerenplantage erwischt. Wie der Leserreporter beschreibt, hatte er immerhin etwas Glück im Unglück: Erst vor einigen Tagen hatte er begonnen, die Beeren abzudecken. Somit wurden acht Reihen vom Gewitter verschont.

Die Leser hatten mit der Beerenüberdachung erst vor einigen Tagen begonnen.

Die Leser hatten mit der Beerenüberdachung erst vor einigen Tagen begonnen.

Leserbild: Franz Krummenacher und Yvonne Thali

Kanton Zug

Wie die Zuger Polizei am späten Abend mitteilt, standen im Kanton Zug innert einer Stunde am Montagabend in den Gemeinden Risch, Hünenberg, Cham, Zug, Baar und Neuheim etliche Keller, Tiefgaragen und Strassen unter Wasser. Vereinzelt sind Bäume und Baustellen-Signalisationen umgestürzt und blockierten Verkehrswege sowie den Normalstreifen der Autobahn A4 zwischen Küssnacht und Rotkreuz, der daraufhin kurzzeitig gesperrt werden musste.

Das Unwetter in Zug im Schnelldurchlauf: Von den ersten Gewitterwolken bis zum Abfliessen der Wassermassen.

Zug_Unwetter_2021_06_21-via Mail von Peter Raimann
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Stadt Zug

Leservideo: Peter Raimann

Bei der Einsatzleitzentrale gingen insgesamt 220 Meldungen ein. Die Feuerwehren der betroffenen Gemeinden standen im Dauereinsatz. Personen kamen keine zu Schaden.

Bei den Bahnunterführungen an der Chamerstrasse und Gubelstrasse in Zug, in Rotkreuz im Kreisel bei der Autobahnausfahrt sowie bei der Autobahnunterführung der A4 in Richtung Küssnacht/SZ sind mehrere Autos in den Wassermassen steckengeblieben. Aufgrund der grossen Wassermassen mussten in Rotkreuz die Autobahneinfahrt Zug/Luzern sowie die Ausfahrt Hünenberg/Rotkreuz vorübergehend gesperrt werden.

Im Einsatz standen Angehörige der Feuerwehren Risch, Hünenberg, Cham, Baar, Neuheim sowie der Freiwilligen Feuerwehr Zug, die teilweise auch als Stützpunktfeuerwehr Unterstützung leistete.

Eine Unterführung in Zug stand unter Wasser, Autos steckten in den Hagelmassen fest.

Eine Unterführung in Zug stand unter Wasser, Autos steckten in den Hagelmassen fest.

Bild: Zuger Polizei

Durch das Unwetter kam es am Montagabend auf den Schienen während mehreren Stunden zu Verspätungen, Zugsausfällen und Umleitungen. Am meisten beeinträchtigt war der Zugverkehr rund um Rotkreuz. Wegen des heftigen Gewitters stand der Bahnhof unter Wasser.

Der Bahnverkehr war teilweise eingestellt.

Die Zuger Polizei konnte auf Anfrage weder am frühen Abend noch am späten Abend genauer Auskunft geben. Wie PilatusToday und Tele 1 berichteten, hatte die Polizei zu diesem Zeitpunkt noch keinen Überblick über alle Schadensmeldungen. Deshalb kann das Ausmass der Schäden wohl erst im Verlauf vom Dienstag abgeschätzt werden.

Wie stark es im Kanton Zug gewütet hat, lassen jedoch die Bilder und Videos von vor Ort erahnen. Egal ob mit dem Auto, dem Velo oder zu Fuss – es gab vielerorts kein Durchkommen mehr:

Die Freiwillige Feuerwehr Zug im Einsatz.

Video: Freiwillige Feuerwehr Zug

Der Hagel in Zug stellte Velofahrer vor Probleme.

Leservideo PilatusToday

Kurz vor dem Casino in der Stadt Zug hat sich ein Mann mit einem Kanu fortbewegt - und verspürte dabei sichtlich viel Spass:

Leservideo
Dieses grosse Trampolin hat es beim Altersheim in Rotkreuz umgeweht.

Dieses grosse Trampolin hat es beim Altersheim in Rotkreuz umgeweht.

Bild: Leserreporter

Noch mehr Bilder des Unwetters in der Bildergalerie:

Zug
36 Bilder
Am Strand in Oberwil hat es den besten Baum entwurzelt. Die Trauer um dieses Prachtexemplar ist auf Facebook gross.
So haben Sie den Bahnhof Zug sicher noch nie gesehen: Alles ist voller Hagel.
In der Eingangshalle des Bahnhofs Zug gab es eine Menge Hagel.
Eiszeit im Bahnhof Zug – und Hagel mitten im Sommer am längsten Tag des Jahres.
Hagel-Schaufeln im Bahnhof Zug.
Der Hagel hat es bis ins Innere des Bahnhofs Zug geschafft.
Auch vor den Liften im Bahnhof Zug haben die weissen Körner keinen Halt gemacht.
Und vor dem Bahnhof in Zug warten die Pendler auf die Bahnersatzbusse.
Die Chamerstrasse in Zug ist abgesperrt.
Gisikon
Gisikon
Hagel in Doppleschwand. Es kam so viel, dass man ihn mit der Schneeschaufel von der Strasse entfernen musste.
Doppleschwand
Dierikon
Dierikon
Gisikon
Hagelkörner in Menzingen im Kanton Zug.
Im Luzerner Hirtenhofquartier sind Bäume umgestürzt.
Im Luzerner Hirtenhofquartier sind Bäume umgestürzt.
Im Luzerner Hirtenhofquartier sind Bäume umgestürzt.
Sihlbrugg
Sihlbrugg
Stadt Zug beim Letzi
Rotkreuz
Ein zerstörtes Feld bei Rotkreuz
Autobahneinfahrt bei Rotkreuz
Weisse Felder bei Root
Generalguisan-Strasse-Zug
Rothenburg
Zug
Für diesen Pool in Rotkreuz kam jede Hilfe zu spät.
Von dieser Pfefferminze war nicht mehr viel übrig nach dem Unwetter.
Hagelköner in Ebikon im Kanton Luzern.
Hagelkörner in Meggen.
St. Niklausen

Zug

Leserreporter

Sogar das Innere des Bahnhofs Zug war am frühen Montagabend weiss. Es waren eindrückliche Szenen: Auf dem Boden der Zuger Bahnhofshalle lag stellenweise eine Hageldecke.

Weisse Pracht im Bahnhof Zug.

Weisse Pracht im Bahnhof Zug.

Leserreporter

Der Hagel drang sogar in die Geschäfte des Bahnhofs Zug.

Überschwemmungen im Bahnhof Zug:

Video: PilatusToday

Video: PilatusToday

Auch bei der Bossard-Arena kam es zu Hochwasser:

Video: PilatusToday

Und in der Sport-, Markt und Eventhalle «Freiruum» in Zug hat es einen Wasserschaden gegeben:

Leservideo PilatusToday

In Zug blieben sogar Autos im Hagel stecken:

Leservideo

In der Leihgasse Baar floss sehr viel Wasser hinab:

Land unter an der Leihgasse in Baar.

Leservideo

Auch das Parking Herti in Zug stand unter Wasser:

Leservideo: PilatusToday

Das Wasser unter der Brücke der ehemaligen Bahnlinie von Zug nach Affoltern am Albis: Innerhalb von knapp zehn Minuten füllte sich die Grundwasserwanne knietief:

Video: Marco Morosoli (Zug, 21. Juni 2021)

Auf dem Kolinplatz in Zug floss das Wasser die Strasse hinab:

Leserreporter PilatusToday

Kanton Nidwalden

Zwei Leservideos aus Dallenwil:

Lesrvideo

Dallenwil

Leservideo

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Hagel vom Wochenende richtet Schäden in Millionenhöhe an

Übers Wochenende gab es in weiten Teilen der Schweiz heftige Gewitter, gar Hagel gab es stellenweise. Wie die Versicherung Axa schreibt, sind die besonders betroffenen Regionen Malters/Kriens, Thun und Fribourg. Die Axa rechnet mit rund 3700 Schadensmeldungen und einer Schadensumme von rund 11 Millionen Franken. Um die Fälle abzuarbeiten, hat die Axa gar eine Task Force eingerichtet.

Bis zu golfballgrosse Hagelkörner haben Scheiben von Fahrzeugen durchschlagen und enormen Blechschaden angerichtet. Das Gros der Schäden gab es bei Autos, vereinzelt verursachten die Gewitter auch Sachschäden an Gebäuden und Hausrat.

Wie es um die aktuelle Betriebslage steht, erfahren Sie direkt bei der SBB unter www.sbb.ch/166.

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