Ein Bürer und seine Hunde wollen stets aufs Podest

Hanspeter Krummenacher betreibt leidenschaftlich Hundesport. Die Rennhunde ziehen mit gleicher Begeisterung mit – wortwörtlich. Seit kurzem gehört der Schweizer-Meister-Titel zur Medaillensammlung.

Matthias Piazza
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Hanspeter Krummenacher mit seinen Rennhunden Tonga (links) und Hollie. Auf dem Bild rechts ist er mit Tonga im Einsatz. (Bild: Bilder: Corinne Glanzmann (Büren, 17. Oktober 2018) / PD)

Hanspeter Krummenacher mit seinen Rennhunden Tonga (links) und Hollie. Auf dem Bild rechts ist er mit Tonga im Einsatz. (Bild: Bilder: Corinne Glanzmann (Büren, 17. Oktober 2018) / PD)

Fünf Hunde tollen auf dem Balkon herum. Als Besuch kommt, begrüssen sie diesen freudig und beschnuppern ihn. Die lebenslustigen Vierbeiner stehen seit fünf Jahren im Mittelpunkt des Lebens von Hanspeter Krummenacher und seiner Frau. Nicht, dass das regelmässige Gassigehen und Füttern nicht schon genug Arbeit gebe. Hanspeter Krummenacher nimmt mit drei seiner fünf Hunde regelmässig an Rennen in der Schweiz, aber auch im europäischen Ausland teil. Hund und Herrchen rennen beziehungsweise fahren dabei im Team um die Wette, dies in verschiedenen Kategorien. Je nach Kategorie rennen beide, verbunden mit einer Leine, oder das Herrchen fährt mit dem Velo oder mit dem Scooter.

Hanspeter Krummenacher und seine Hunde sind ein erfolgreiches Team. Davon zeugen auch die vielen Medaillen. Die jüngste Medaille gewann er vor kurzem mit dem Schweizer-Meister-Titel. Schon dreimal wurde er Vize-Schweizer-Meister, zweimal schaffte er es auf den dritten Platz. «Meistens lande ich auf den ersten sechs Plätzen», erzählt er stolz. Vor drei Jahren wurde er in Deutschland Deutscher Vizemeister im Dog-Duathlon (Rennen und Velofahren).

Hanspeter Krummenacher mit einem seiner Hunde an einem Rennen.
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Hund und Herrchen geben stets alles...
....sowohl zu Fuss...
...mit dem Dogscooter...
... als auch mit dem Velo.
Selbst von widriger Witterung lassen sie sich nicht beeindrucken.

Hanspeter Krummenacher mit einem seiner Hunde an einem Rennen.

Das Sportprogramm ist intensiv. Die Erfolge mussten hart erarbeitet werden. Fast jeden Abend trainiert Hanspeter Krummenacher mit einem der Hunde, um bei den rund 30 Rennen jährlich vorne dabei zu sein und sich auch gegen Konkurrenten zu behaupten, die den Hundesport profimässig betreiben. Vor allem in Frankreich sei dies nichts Aussergewöhnliches.

Bremsscheibe ist nach fünf Einsätzen verbraucht

Fitness wird auch vom Hundehalter verlangt. «Man rennt über Stock und Stein. Das kann in die Knochen gehen», erzählt Krummenacher, der mit seinen 60 Jahren zu den ältesten Teilnehmern solcher Rennen gehört. Auch der Materialverschleiss sei beträchtlich. «Eine Bremsscheibe beim Velo muss nach fünf Einsätzen ersetzt werden, eine Velokette nach einem halben Jahr.» Der Inhaber einer Informatik-Firma in Ennetbürgen spricht von einem kosten- und zeitintensiven Hobby. «Für andere Freizeitaktivitäten bleibt keine Zeit mehr. Uns fehlt aber nichts. Weltreisen haben wir schon hinter uns», erzählt er.

Der Spass an diesem Sport sei bei Mensch und Tier gleichermassen vorhanden, wie Hanspeter Krummenacher versichert. «Wenn die Hunde spüren, dass ich mit ihnen trainieren will, werden sie ganz ungeduldig und drängen nach draussen. Das Rennen haben sie im Blut. Es würde ihnen fehlen.»

Leider seien die Möglichkeiten in Nidwalden zum Trainieren nicht so ausgeprägt wie in Kantonen mit Ackerbau und entsprechend weitläufigen, ausgebauten Feldwegen. So trainiert er mit seinen Hunden häufig auf dem Weg entlang der Engelbergeraa nach Buochs. «Wenn ich auf dem Velo und der Hund zu Fuss mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde unterwegs sind, kann es passieren, dass wir einen Jogger erschrecken, der uns wegen der Ohrstöpsel nicht hörte», erzählt er. Ansonsten erfahre er viel Wohlwollen für sein Hobby, das in dieser Gegend als exotisch gelte. «Ich kenne ausser mir niemanden aus der Innerschweiz, der Hunderennsport betreibt. Der ist vor allem im Juragebiet verbreitet.»

Vielleicht gibt’s diesen Winter eine Premiere

Der Funke sprang vor sechs Jahren über, als er während der Ferien in Deutschland ein Hunderennen verfolgte. Seit fünf Jahren betreibt Hanspeter Krummenacher nun den Sport mit Leidenschaft. «Mir macht es Spass, mit den Hunden zu arbeiten und mit ihnen Erfolge zu erlangen», begründet er seine Faszination. «Während der zweimonatigen Sommerpause kann ich es jeweils kaum erwarten, bis es wieder losgeht.» Auch mit 60 Jahren denkt er vorderhand noch nicht ans Aufhören, im Gegenteil. «Vielleicht beginne ich diesen Winter mit Hundeschlittenrennen.»