Umstrittener Bebauungsplan in Horw
Linden bleiben, Strasse wird enger: Im «Dorfkern Ost» gibt's einige Anpassungen

Wegen Teiländerungen liegt der Bebauungsplan Dorfkern Ost derzeit öffentlich auf. Die Grundeigentümer haben die meisten Bemerkungen des Parlaments umgesetzt ‒ aber nicht alle.

Roman Hodel
Drucken
Teilen

Es ist so ziemlich die letzte Ecke im Horwer Ortszentrum, die mit ihren ländlich geprägten Häusern noch auf das ursprüngliche Bauerndorf verweist: Die Gegend bei der Pfarrkirche St.Katharina. Kein Wunder sorgt der Bebauungsplan Dorfkern Ost seit Jahren für Diskussionen. Der Einwohnerrat hatte die ursprüngliche Version 2017 wegen seiner Meinung nach zu starken Verdichtung zurückgewiesen. Zur überarbeiteten Version sagte er im Oktober 2019 in einer ersten Lesung dann Ja – nicht ohne verschiedene Bemerkungen zu platzieren.

Noch steht der Egli-Zunft-Spycher im Baubereich D. Hier plant die Kirchgemeinde zwei Gebäude mit Wohnungen.

Noch steht der Egli-Zunft-Spycher im Baubereich D. Hier plant die Kirchgemeinde zwei Gebäude mit Wohnungen.

Bild: Boris Bürgisser (13. September 2021)

Basierend darauf hat die Gemeinde zusammen mit den Grundeigentümern inzwischen einige Anpassungen am Bebauungsplan vorgenommen. Die dafür nötige Teiländerung liegt nun bis am 29. Juni öffentlich auf.

Das sind die wichtigsten Änderungen:

  • Im der katholischen Kirchgemeinde gehörenden Baubereich D (heute Egli-Zunft-Spycher) bleiben die drei Sommer-Linden erhalten. Dies entspricht einer von allen Parteien unterstützten L20-Bemerkung. 
  • Die beiden geplanten Gebäude im Baubereich D können, aber müssen nicht separat gebaut werden. Die Begleitgruppe Dorfkern Ost begrüsst das Versetzen und die Staffelung der Volumen. Der Einwohnerrat wollte auf Bemerkung von L20 und FDP zwingend zwei Gebäude.
  • Durch leichtes Abdrehen und Versetzen der Neubauten im Baubereich D beträgt der Abstand zum Kirchweg neu zwei Meter. Dies entspricht einer überwiesenen SVP-Bemerkung.
  • Die Neumattstrasse wird auf die minimal zulässige Breite verengt zu Gunsten einer laut Kirchgemeinde «sinnvolleren Ausnützung» des Baufelds D. Dies entspricht einer L20-Bemerkung, die mit Hilfe der CVP überwiesen worden war.
  • Die Zu- und Wegfahrt zu unterirdischen Einstellhallen wird für die Baubereiche D und E je separat erstellt. Dies entspricht den Empfehlungen der Begleitgruppe.

Gutachten extra für die drei Sommer-Linden

Um einen rechtsgültigen Bebauungsplan näherzukommen, wurde erneut viel Aufwand betrieben. So gab die Gemeinde für die Sommer-Linden ein Gutachten in Auftrag. Darin heisst es unter anderem, dass die Bäume «mit ihrer prägenden Wirkung an diesem Standort» nicht wegzudenken seien. Die katholische Kirchgemeinde wiederum liess eine Bebauungsstudie erarbeiten, traf die Bau- Verkehrskommission und kam mehrfach mit der Begleitgruppe Dorfkern Ost zusammen.

«Unser oberstes Ziel ist ein mehrheitsfähiges Projekt, das hier her passt, und womit wir preisgünstigen Wohnraum für unterschiedliche Generationen schaffen können», sagt Dominik Müller, Vizepräsident des Kirchenrats. Insgesamt sind sechs bis neun Wohnungen geplant. Das Interesse daran dürfte laut Müller gross sein – er sagt:

«Viele Horwerinnen und Horwer suchen in ihrem Dorf bezahlbaren Wohnraum.»

Hinweis: Die zweite Lesung des Bebauungsplans Dorfkern Ost findet voraussichtlich im Herbst 2021 statt.

Aktuelle Nachrichten