Männer dominieren die Luzerner Kantonsverwaltung

Nicht nur der Luzerner Regierungsrat ist ein reiner Männerklub – auch die fünf Departementssekretäre und 22 von 27 Dienststellenleitern sind Männer. Dabei machen Frauen praktisch die Hälfte der Verwaltungsangestellten aus.

Alexander von Däniken
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Im Kanton Luzern geben weiterhin ausschliesslich Männer den Ton an. Seit Sonntag komplettieren die Bisherigen Paul Winiker (SVP) und Marcel Schwerzmann (parteilos) den Regierungsrat. Korintha Bärtsch, Kandidatin der Grünen und einzige Frau im Feld, wurde nicht gewählt.

Die fünf bürgerlichen Männer – neben Winiker und Schwerzmann sind dies Reto Wyss, Guido Graf (beide CVP) sowie Fabian Peter (FDP) – haben die politische Verantwortung über 5882 Mitarbeiter in der kantonalen Verwaltung und in den Schulen (Stand Ende 2018). Sind auch dort die Chefpositionen in Männerhand? Ein Blick in die Organigramme der Departemente gibt Aufschluss.

Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (Frauenanteil: 24 Prozent)

Hier sind sämtliche Dienststellen in Männerhand, Departementssekretär ist mit Thomas Buchmann ebenfalls ein Mann. Ihm im Stab direkt unterstellt sind drei Männer und drei Frauen, unter anderem Susanne Bäurle-Widmer als Buchmanns Stellvertreterin.

Bildungs- und Kulturdepartement (58,8 Prozent)

Eine von vier Dienststellen wird von einer Frau geführt: Karin Pauleweit leitet die Dienststelle Hochschulbildung und Kultur. Sie untersteht Departementssekretär Hans-Peter Heini. Immerhin ist auch hier dessen Stellvertreterin eine Frau: Gaby Schmidt.

Finanzdepartement (43,1 Prozent)

Die fünf Dienststellen werden von Männern geleitet. Auch das Departementssekretariat führt mit Heinz Bösch ein Mann. Als Stellvertreterin amtet Monique Müller.

Gesundheits- und Sozialdepartement (54,5 Prozent)

Hier gibt es den vergleichsweise höchsten Anteil an Dienststellenleiterinnen: Mit Silvia Bolliger (Asyl- und Flüchtlingswesen) und Edith Lang (Soziales und Gesellschaft) sind zwei von fünf Leitungspositionen in Frauenhand. Im Stab sind sogar sieben Frauen vertreten. Sie unterstehen dem einzigen Mann: Departementssekretär Erwin Roos.

Justiz- und Sicherheitsdepartement (34,2 Prozent)

Sechs Dienststellen, sechs männliche Leiter. Auch der Posten des Departementssekretärs ist mit einem Mann besetzt: Vincenz Blaser. Im Stab arbeiten insgesamt fünf Frauen.

Staatskanzlei (56,3 Prozent)

Geführt wird die Luzerner Staatskanzlei von Lukas Gresch-Brunner. Stellvertreterin ist Michèle Bucher.

Die Departementssekretariate führen also ausschliesslich Männer. Interessant: Vier von fünf Stellvertretungen eines Departementssekretärs haben Frauen inne. Auch die persönlichen Mitarbeiter der Regierungsräte sind fast nur männlich: Reto Wyss zählt auf die Dienste von Kurt Bischof, Marcel Schwerzmann auf jene von Othmar Wüest, Paul Winikers persönlicher Mitarbeiter ist Peter Soland. Nur Guido Graf hat mit Jeannette Riedweg-Lötscher eine Frau an seiner Seite. Robert Küng verzichtet auf einen persönlichen Mitarbeiter.

Bei den Luzerner Gerichten ist der Frauenanteil mit 65,5 Prozent am höchsten. Die dreiköpfige Geschäftsleitung mit Präsident Marius Wiegandt besteht aber nur aus Männern. Die Rahmenbedingungen für Frauen wären in der Verwaltung gar nicht schlecht. Satte 52 Prozent der Kantonsangestellten haben ein Pensum von maximal 89 Prozent, arbeiten also Teilzeit.

Auch betreffend Lohngleichheit schneidet der Kanton gut ab, wie externe Untersuchungen bestätigten. Der tiefe Frauenanteil in der Führungsetage scheint die Regierung zu beschäftigen. Finanzdirektor Marcel Schwerzmann sagte am Wahlpodium vom 12. März: «Gerade heute haben wir in der Regierung beschlossen, an den Massnahmen für einen höheren Frauenanteil im Kader festzuhalten.»

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