Erneuerbare Energie
Eschenbacher Schule und Kieswerk werden zu einem Solarkraftwerk

Auf den Dächern der Schulanlage und des Kieswerks hat die Gemeinde Fotovoltaikanlagen in der Grösse eines Fussballfeldes installiert. Das lohnt sich für die Gemeinde auch finanziell.

Reto Bieri
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Die Anlage ist eindrücklich und wohl eine der grösseren im Kanton Luzern: Auf insgesamt zwölf Dachflächen der Schule und des Kieswerks hat die Gemeinde Eschenbach in den vergangenen Wochen rund 2300 Fotovoltaikpanels installieren lassen, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Zu einem späteren Zeitpunkt kommt die Dachfläche des neben dem Kieswerk liegenden Werkhofs mit weiteren 350 Panels dazu. Die Gesamtfläche entspreche rund 8000 Quadratmetern oder umgerechnet der Fläche eines Fussballfelds.

Alle Dachflächen der Eschenbacher Schulanlage sind mit Fotovoltaikpanels ausgestattet.

Alle Dachflächen der Eschenbacher Schulanlage sind mit Fotovoltaikpanels ausgestattet.

Bild: PD

Die Dächer sind zu mehr als 80 Prozent mit Solarpanels belegt, darunter auch das 32 Meter hohe Hauptgebäude im Kieswerk und die Dreifachturnhalle Neuheim. Herzstück des Projekts ist das neue gemeindeeigene Arealnetz mit zwei Trafostationen, welches das Schulareal mit dem Kieswerk verbindet. Eine rund 400 Meter lange Leitung stellt sicher, dass der auf dem Schulhausdach produzierte Solarstrom direkt ins Kieswerk fliesst und dort die Maschinen zum Laufen bringt, schreibt die Gemeinde weiter. Die Anlage erzeugt rund 1 Million Kilowattstunden Strom pro Jahr, was umgerechnet dem Verbrauch von rund 220 Einfamilienhäusern entspreche.

Das Kieswerk braucht viel Strom

Das Arealnetz Eschenbach sei ein Vorzeigeprojekt, wird in der Mitteilung der Energie- und Organisationsberater Christian Bircher zitiert. Er hat die Anlage im Auftrag für die Gemeinde Eschenbach geplant und umgesetzt. Aussergewöhnlich sei die sehr hohe Eigenverbrauchsquote von 75 Prozent, ohne dass ein Energiespeicher eingesetzt werden müsse. «Der Strom wird zum grössten Teil innerhalb des Arealnetzes durch die Schule und das Kieswerk selber verbraucht. Besonders das Kieswerk hat einen sehr hohen Energiebedarf», so Bircher. In den sonnenreichen Monaten produziere die Solaranlage viel Energie, gleichzeitig laufe dann das Kieswerk auf Hochtouren. Der restliche Solarstrom wird ins Netz der CKW eingespiesen.

Die Köpfe hinter dem Projekt: (v.l.) Energieberater Christian Bircher, Gemeinderat Benno Fleischli, Leiter Infrastruktur Renato Nosetti sowie Gemeindeammann Markus Kronenberg.

Die Köpfe hinter dem Projekt: (v.l.) Energieberater Christian Bircher, Gemeinderat Benno Fleischli, Leiter Infrastruktur Renato Nosetti sowie Gemeindeammann Markus Kronenberg.

Bild: PD

Auch für die Gemeinde Eschenbach zahle sich das Projekt aus, sagt Gemeinderat Benno Fleischli. «Dank diesem innovativen Projekt leistet Eschenbach einen wertvollen Beitrag an die Erreichung der Klimaziele. Durch die umweltgerechte Stromproduktion reduzieren wir den CO2-Ausstoss und optimieren den Stromverbrauch innerhalb der Gemeinde.» Auch finanziell profitiere Eschenbach, sagt Gemeindeammann Markus Kronenberg. Durch die Eigenproduktion des Stroms sowie den Wegfall von Dienstleistungen der CKW könne die Gemeinde jährlich rund 60‘000 Franken einsparen.

Eschenbach hat 1,6 Millionen Franken in die Anlagen investiert. Einem entsprechenden Kredit hat die Gemeindeversammlung im Dezember 2019 zugestimmt. Rund 400‘000 Franken werden in Form von Fördergeldern zurückvergütet. Unter dem Strich kostet die Anlage die Gemeinde demnach 1,2 Millionen Franken.

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