Die Fusionspläne in Honau kommen nicht nur gut an

Die Kleingemeinde Honau soll fusionieren – das fordert eine Initiative. Die Nachbarn Root und Gisikon begrüssen die Idee, die Anwohner diskutieren das Thema emotional.

Simon Mathis
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Die Fusionsidee gibt unter Honauern zu reden. Hier eine Ansicht der Gemeinde Honau mit Root und Gisikon im Hintergrund. (Bild: Pius Amrein, Honau, 8. April 2019)

Die Fusionsidee gibt unter Honauern zu reden. Hier eine Ansicht der Gemeinde Honau mit Root und Gisikon im Hintergrund. (Bild: Pius Amrein, Honau, 8. April 2019)

Anfang Februar knackte Honau einen Rekord: Zum ersten Mal verzeichnete die Gemeinde 400 Einwohner. Damit ist sie aber immer noch eine der kleinsten Gemeinden im Kanton Luzern. Nun soll der Gemeinderat eine Fusion mit Root und Gisikon prüfen. Das fordert eine Volksinitiative dreier Privatpersonen.

Einer der Initianten ist Peter Meier. «Die Situation in Honau war in den letzten Jahren finanziell schwierig», sagt er. «Zurzeit hat die Gemeinde allerdings keine Schulden. Das ist der ideale Zeitpunkt, in die Zukunft zu schauen und eine Fusion zu prüfen.» Honau arbeitet bereits jetzt in diversen Bereichen eng mit den Nachbargemeinden zusammen. Primarschüler etwa besuchen die Schule in Gisikon. «Eine Fusion würde bewirken, dass die Zusammenarbeit künftig aus einem Guss kommt», erläutert Meier. Die Details werde der Gemeinderat klären, wenn die Initiative zustande kommt. Dass das geschieht, ist wahrscheinlich: Im Vierhundertseelendorf sind dafür lediglich 30 Unterschriften nötig.

«Zerstückeltes» Rontal sorgt für Aufwand

Der Honauer Gemeinderat hat noch keine offizielle Haltung zur Fusionsfrage. Root sei für Gespräche offen, sagt Gemeindepräsident Heinz Schumacher (FDP). Ähnliche Signale kommen aus Gisikon. «Die Idee der Fusion ist für die Gemeinde Gisikon nachvollziehbar», sagt Gemeindepräsident Alois Muri (parteilos). «Wir stehen der Idee grundsätzlich positiv gegenüber.» Der Gemeinderat warte nun aber vorerst auf das Ergebnis der Initiative in Honau ab.

Hauptanliegen von Peter Meier ist es, den Stimmbürgern zu ermöglichen, über die Fusionsfrage abzustimmen.

«Es ist wichtig, dass ein solches Anliegen aus der Bevölkerung kommt – und dass sie sich dazu äussern kann.»

Eine Umfrage im lauschigen Honau zeigt, dass die Meinungen geteilt sind. Sie reichen von begeistert bis ablehnend – und sind emotional. «Ich bin ganz klar für diese Fusion», sagt eine Frau. «Die Situation ist ärgerlich.» Sie erlebe die Region als unschön «zerstückelt». Eine Zusammenlegung helfe der Administration, die sie als aufwendig und verwirrend wahrnimmt. «Oftmals ist mir unklar, welche Gemeinde wofür zuständig ist.» Eine Fusion mache die Administration nicht nur einfacher, sondern auch billiger.

Eine Fusion sei längst überfällig, meint ein weiterer Honauer. «Diese Gemeinde ist im Grunde gar keine Gemeinde», sagt der Mann, der seit über 30 Jahren hier lebt.

«Eine so kleine Gemeinde wie Honau sollte gar nicht mehr existieren.»

Er würde gar jubeln, wenn die Zusammenlegung zustande käme. «Besonders mit Gisikon haben wir einen guten Draht, das würde Honau weiterbringen.» Der Honauer erhofft sich von der Fusion insbesondere eine Professionalisierung des Gemeinderates. In Honau ist es oft eine Herausforderung, geeignete Kandidaten für die Exekutive zu finden. Als es 2018 im Rontal unter Gemeinderäten aufgrund von Arbeitsüberlastung zu einer Rücktrittswelle kam, war die Frage nach der Fusion in Honau mit einem Mal wieder auf dem Tisch.

Zurückhaltender ist eine andere Honauerin. Sie würde die Initiative zum jetzigen Zeitpunkt nicht unterschreiben. «Einfach deshalb, weil ich noch zu wenig über die Auswirkungen weiss», sagt sie. Ein Passant hält von einer Fusion überhaupt nichts. «Ich sehe nicht ein, weshalb wir den Gisikern beim Steuernzahlen helfen sollten», sagt der Mann, der ebenfalls seit über 30 Jahren in Honau lebt. Und:

«Je grösser die Gemeinde, desto zahlreicher die Probleme.»

Nicht überall gehen die Emotionen so hoch her. «Mir kommt das nicht so darauf an», sagt ein Honauer gelassen. Wenn die Steuern runtergingen, würde er die Initiative unterzeichnen, meint er mit einem Schmunzeln.

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