Keystone-SDA

Muttsee-Staumauer
Auf 2500 Meter über Meer: Hier entsteht die grösste Solaranlage der Schweiz

Auf der Muttsee-Staumauer im Kanton Glarus wird derzeit die grösste Solaranlage der Schweiz gebaut. Die Herausforderungen beim Bau im alpinen Hochgebirge sind gross: Sämtliches Material und Personal muss per Helikopter raufgeflogen werden.

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In den Glarner Alpen entsteht ein Mega-Projekt: Der Energiekonzern Axpo baut eine riesige Photovoltaikanlage auf der Muttsee-Staumauer. 5000 Solarpanels auf einer Fläche von 10'000 Quadratmetern sollen ab Herbst pro Jahr künftig 3,3 Gigawattstunden Strom erzeugen. Die Hälfte davon im Winter.

Die Muttsee-Staumauer ist dank ihrer bestehenden Infrastruktur, ihrer Ausrichtung und Höhenlage gut für Solarenergie geeignet.
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Doch die Bauarbeiten sind eine logistische Herausforderung. Material und Personal müssen mit dem Helikopter raufgeflogen werden.
Die Staumauer liegt auf 2500 Meter über Meer.
Blick auf die Baustelle von "Alpin Solar".

Die Muttsee-Staumauer ist dank ihrer bestehenden Infrastruktur, ihrer Ausrichtung und Höhenlage gut für Solarenergie geeignet.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Axpo-Projektleiter Christian Heierli sagt gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Der Standort ist besonders gut, weil die Produktion hier oben ausgeglichener ist übers Jahr.»

Der Haken: Die Bauarbeiten im Hochgebirge sind nicht nur teuer, sondern auch logistisch eine Herausforderung. Die Muttsee-Staumauer befindet sich auf 2500 Metern über Meer. Das Material wie auch die Arbeitskräfte müssen mit dem Helikopter raufgeflogen werden. Rund 20 Bauarbeiter leben seit Ende Mai in Containern direkt auf der Staumauer.

«Jeder hat seinen privaten Schlafcontainer» erzählt Bauarbeiter Markus Lenzi. Zudem gebe es einen Mannschaftscontainer, wo man sich treffen könne. Lenzi ist auch dankbar für die SAC-Hütte auf der Muttenalp: «Sie steht uns fürs Znacht und Dusche zur Verfügung. Hier können wir auch soziale Kontakte pflegen und mal andere Leute sehen.»

Axpo lässt sich von Denner sponsern

Lange war nicht klar, ob das Projekt realisiert würde. Immer wieder liess die Axpo öffentlich durchblicken, dass sie das Projekt abbrechen könnte. Grund dafür: Es sei unter den gegebenen und geplanten Schweizer Fördermassnahmen kaum kostendeckend realisierbar.

Dass die Anlage nun doch realisiert wird, hat einen Grund: Man hat einen Sponsor gefunden. Der Detailhändler Denner hat sich verpflichtet, den Strom 20 Jahre lang zu einem vordefinierten Preis abzunehmen. Dieser liegt über dem heutigen Marktpreis. Denner will damit eigene Klimaziele erreichen und ein Zeichen für die Nachhaltigkeit setzen, wie Denner-CEO Mario Irminger betonte. Die Investition am Muttsee, der höchsten Staumauer Europas, beträgt rund acht Millionen Franken. Neben der Axpo beteiligt sich die Basler IWB zu 49 Prozent am Projekt. (sam/lfh)

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