Gemeindevergleich
Rothenthurm stellt sich bei Abstimmungen auffallend häufig gegen den Bundesrat

In einer Auswertung aller Eidgenössischen Abstimmungen seit 1990 fällt auf: Rothenthurm hat schweizweit eine der tiefsten Übereinstimmungen mit dem Bundesrat.

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Hier steht Rothenthurm im Vergleich: Jeder Punkt in der Punktewolke ist eine Schweizer Gemeinde, angeordnet von der tiefsten (links) zur höchsten Übereinstimmung ihres Abstimmungsresultats mit dem des Schweizer Stimmvolks. Die Wolkenhöhe gibt an, wie viele Gemeinden eine gleiche Übereinstimmung aufweisen.

Hier steht Rothenthurm im Vergleich: Jeder Punkt in der Punktewolke ist eine Schweizer Gemeinde, angeordnet von der tiefsten (links) zur höchsten Übereinstimmung ihres Abstimmungsresultats mit dem des Schweizer Stimmvolks. Die Wolkenhöhe gibt an, wie viele Gemeinden eine gleiche Übereinstimmung aufweisen.

(chm)

Rothenthurm hat in 52.5 Prozent aller Abstimmungen seit 1990 anders entschieden, als es der Bundesrat empfohlen hatte. Das ist schweizweit der neunttiefste Übereinstimmungswert (gemeinsam mit vier weiteren Gemeinden). Die Gemeinde gehört somit zu den regierungskritischsten des Landes.

Der Bundesrat gibt bei praktisch jeder Abstimmung eine Empfehlung ab, wobei er dabei seit 2009 an den Entscheid des Parlaments gebunden ist. Die durchschnittliche Gemeinde folgt dem Bundesrat in ungefähr drei von vier Abstimmungen (73.4 Prozent).

Rothenthurm stimmt relativ häufig anders als die Schweiz: In 95 von 283 Abstimmungen seit 1990 entschied Rothenthurm anders als das Schweizer Stimmvolk und verlor somit. Das entspricht einer Siegquote von 66.4 Prozent. Nach den tiefsten Siegquoten geordnet bedeutet das Rang 22 (zusammen mit einer weiteren Gemeinde) unter allen Schweizer Gemeinden.

Die meisten Gemeinden entscheiden bei 77 bis 85 Prozent der Abstimmungen gleich wie das Schweizer Volk. Der Durchschnitt liegt bei 82.6 Prozent.

Die meisten Abstimmungen gewinnt Langenthal (96.1 Prozent). Nur gerade elfmal seit 1990 hat die Berner Gemeinde anders als die Schweiz als Gesamtes abgestimmt. Am häufigsten auf der Verliererseite steht derweil Campo (Vallemaggia) im Tessin. Das Dorf stimmte 117 Mal anders als die Schweiz, was einer Siegquote von 58.7 Prozent entspricht.

Ein Spezialfall bildet Rothenthurm darin, dass die Gemeinde in ihrem Abstimmungsresultat im Schnitt markant abweicht vom nationalen Resultat. Seit 1990 betrug die Differenz durchschnittlich 18.4 Prozentpunkte. Das ist einer der höchsten Werte schweizweit (Rang 11 von rund 2200 Gemeinden).

Von allen grösseren Parteien folgt Rothenthurm am häufigsten der SVP. In 74.2 Prozent der Abstimmungen entschieden die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde wie es die Partei empfohlen hatte. Es folgen - mit einigem Abstand - die BDP (57.1 Prozent) und die FDP (55.6 Prozent).

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Hinweise: Für die Analyse sind 283 Abstimmungen von 1990 bis September 2020 ausgewertet worden. Die Daten stammen vom Bundesamt für Statistik (Abstimmungsresultate auf Gemeindeebene) sowie vom Projekt Swissvotes der Universität Bern (Parolen von Parteien und Organisationen sowie Abstimmungsempfehlungen von Bundesrat und Parlament). Stand bei den Gemeinden ist 2020. Bei Gemeindefusionen hat das BFS die Resultate der fusionierten Gemeinden zusammengezählt.

Gewonnen (respektive verloren) bedeutet im Kontext der Abstimmungen, dass eine Gemeinde gleich (resp. anders) abgestimmt hat als die Mehrheit des Schweizer Stimmvolks. Beim Vergleich von Gemeinderesultaten und Parolen/Abstimmungsempfehlungen wurden nur Abstimmungen berücksichtigt, bei denen eine Institution ein Ja oder Nein empfohlen hat; Stimmfreigabe oder nicht gefasste/unbekannte Parolen wurden ausgeschlossen. Für die Parteiparole wurde jeweils die Empfehlung der nationalen Mutterpartei berücksichtigt. Bei Ranggleichheit unter Gemeinden wird der tiefste Rang angegeben.

Dieser Text ist mit Unterstützung eines Algorithmus erstellt worden.