Bremgarten
SP-Aargau-Co-Präsi Dietrich möchte auch in den Nationalrat – «Stefan ist bereit, sich Themen aus anderen Perspektiven anzuschauen»

An der Mitgliederversammlung der SP Bezirk Bremgarten am Mittwochabend ergriff der zurücktretende Bezirkspräsident Stefan Dietrich in verschiedenen Funktionen das Wort. Zudem referierte Regierungsrat Dieter Egli über aktuelle Herausforderungen.

Verena Schmidtke
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Sandro Covo (links) übernimmt von Stefan Dietrich das Amt des Präsidenten der SP Bezirk Bremgarten.

Sandro Covo (links) übernimmt von Stefan Dietrich das Amt des Präsidenten der SP Bezirk Bremgarten.

Bild: Verena Schmidtke

Anfang April wurde der in Bremgarten wohnende Stefan Dietrich zusammen mit Nora Langmoen als Co-Präsident der SP Aargau gewählt. Im August rückte er für Thomas Leitch in den Grossen Rat nach. An diesem Mittwoch verabschiedete sich Dietrich zudem von seinem Amt des Präsidenten der SP Bezirk Bremgarten. Ein Nachfolger ist inzwischen bestimmt und Grossrat Dietrich stellt sich weiteren Herausforderungen.

Aus dem Bezirksvorstand hielten Sybille Bader und Erika Melliger-Richner eine fein abgestimmte Rede auf Stefan Dietrich. «Ein Mann, ein Wort», bekundete Bader eingangs, woraufhin die Anwesenden lachten. So hatten die beiden Rednerinnen für jeden Buchstaben seines Vornamens eine passende Entsprechung.

Das «S» stehe für Sozialdemokrat, «T» für Toleranz, «E» für Energie, «F» für Familie, «A» für Alleskönner und das «N» für Netzwerker. Dietrich sei über Parteigrenzen hinweg ein Brückenbauer. Sein Einsatz besonders im humanitären Bereich zeichne ihn aus. Sichtlich gerührt bedankte sich Stefan Dietrich: «Ich gehe schon mit einem schweren Herzen, aber ich bin auch froh, dass es positiv weitergeht.» Womit er auf seine Nachfolge verwies.

Der 25-jährige Sandro Covo wird Dietrichs Nachfolger

Neu als Bezirkspräsident wurde Sandro Covo einstimmig und mit viel Applaus ins Amt gewählt. Der 25-jährige Informatiker ist seit 2015 Mitglied in der SP, davon sechs Jahre im Vorstand. «Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe», erklärte er. «Es gibt viel zu tun. Für die anstehenden Wahlen ist es unsere Aufgabe, das grosse Wählerpotenzial abzuholen.»

Damit nahm er Bezug auf die Nationalratswahlen im Herbst 2023. Am 21. Januar 2023 findet der Nominationsparteitag der SP Aargau in Bremgarten statt.

Nun war es erneut an Stefan Dietrich, das Wort zu übernehmen, da er sich für die Nomination zur Wahl stellte. Dieser Vorschlag wurde von den Mitgliedern positiv aufgenommen. «Stefan hat fundierte Meinungen und ist bereit, sich Themen aus anderen Perspektiven anzuschauen. Ausserdem wäre es gut, wenn in Bern humane Interessen mehr vertreten werden», befürwortete einer der Anwesenden den Wahlvorschlag.

Stefan Dietrich verabschiedete auch den langjährigen Grossrat Thomas Leitch-Frey (rechts).

Stefan Dietrich verabschiedete auch den langjährigen Grossrat Thomas Leitch-Frey (rechts).

Bild: Verena Schmidtke

Dietrich, sagte zu seiner Motivation, ihn habe damals der Krieg in Jugoslawien dazu gebracht, sich politisch aktiv zu engagieren. «Aktuell reihen sich Krisen aneinander, das bedeutet, es gibt Einsparungen, die letztendlich oft den Abbau des Sozialstaates bedeuten», führte er aus. In vielen Bereichen gebe es ein Rollback, die SP müsse dagegen halten und dafür wolle er sich einsetzen. Die Nomination von Stefan Dietrich erfolgte einstimmig, unterstrichen von grossem Applaus.

Krisen als Chancen sehen, findet Regierungsrat Egli

SP-Regierungsrat Dieter Egli, der als Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres fungiert, referierte anschliessend an der Bezirksversammlung über «aktuelle Herausforderungen und Chancen in unsicheren Zeiten». Der Krieg in der Ukraine stelle die Gesellschaft seit Monaten vor weitere grosse Herausforderungen, allein im Aargau seien mittlerweile 5000 Geflüchtete untergekommen.

Regierungsrat Dieter Egli referierte an der SP-Bezirksversammlung in Bremgarten.

Regierungsrat Dieter Egli referierte an der SP-Bezirksversammlung in Bremgarten.

Bild: Verena Schmidtke

«Dabei muss die grosse Solidarität hervorgehoben werden», zeigte sich der Regierungsrat beeindruckt, «schliesslich konnten 50 Prozent der Geflüchteten privat untergebracht werden.» Diese Solidarität mit Ukrainerinnen und Ukrainern, die den Status S erhalten hätten, könne für die Probleme anderer Asylsuchender offener machen, die nicht so schnell auf den Arbeitsmarkt gelangen. Dazu Egli:

«Es gibt einen Fachkräftemangel, aber es gibt auch Potenzial im Land.»

Bei den Unwägbarkeiten im Energiesektor gebe es verschiedene Szenarien, eine Abschaltung, der schlimmste Fall, müsse nach Möglichkeit vermieden werden. In Zukunft sei es wichtig, sich mehr und mehr den erneuerbaren Energien zuzuwenden, da gebe es extrem viele Möglichkeiten.

Auf die 200 Gemeinden im Aargau sieht der Regierungsrat komplexe Aufgaben zukommen. «Auch hier wird der Fachkräftemangel ein zunehmendes Problem werden. Doch die Gemeinden sind ebenfalls der Ort, an dem Leute mit dem Staat in Kontakt kommen», erklärte er, dort sei es wichtig als Partei präsent zu sein. Er wolle nicht nur über die Krisen an sich sprechen, er wolle auf die daraus resultierenden Chancen aufmerksam machen, so Egli.

An der SP-Bezirk-Bremgarten-Mitgliederversammlung: Hintere Reihe von links: Ehemaliger Grossrat Thomas Leitch, Grossrat Arsène Perroud, Bezirkspräsident Sandro Covo, Regierungsrat Dieter Egli, Erika Melliger-Richner (Vorstand SP Bezirk Bremgarten), Grossrat und SP-Aargau-Co-Präsident Stefan Dietrich. Vordere Reihe von links: Patricia Hegglin (Vorstand SP Bezirk Bremgarten), Sybille Bader (Vorstand SP Bezirk Bremgarten), Grossrätin Collette Bader aus dem Fricktal.

An der SP-Bezirk-Bremgarten-Mitgliederversammlung: Hintere Reihe von links: Ehemaliger Grossrat Thomas Leitch, Grossrat Arsène Perroud, Bezirkspräsident Sandro Covo, Regierungsrat Dieter Egli, Erika Melliger-Richner (Vorstand SP Bezirk Bremgarten), Grossrat und SP-Aargau-Co-Präsident Stefan Dietrich. Vordere Reihe von links: Patricia Hegglin (Vorstand SP Bezirk Bremgarten), Sybille Bader (Vorstand SP Bezirk Bremgarten), Grossrätin Collette Bader aus dem Fricktal.

Bild: Verena Schmidtke