Weltbank/Währungsfonds

Zusammenstösse bei Protest gegen IWF in Istanbul

Polizei setzt Wasserwerfer ein in Istanbul

Polizei setzt Wasserwerfer ein in Istanbul

Bei Protesten gegen die Herbsttagung der internationalen Finanzorganisationen in Istanbul ist es zu Zusammenstössen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Rund um den zentralen Taksim-Platz setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer ein.

Türkische Fernsehsender berichteten, Protestierende hätten Brandsätze geworfen und mehrere Geschäfte verwüstet. Die Polizei nahm mindestens 100 der insgesamt etwa 6000 Demonstranten fest.

Internationaler Währungsfonds IWF und Weltbank treffen sich in Istanbul zu ihrer traditionellen Jahrestagung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Folgen der Weltwirtschaftskrise und Strategien für die Zeit danach.

Unterdessen forderte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zur Eröffnung des Jahrestreffens eine engere internationale Zusammenarbeit. Dies sei vor allem angesichts der globalen Wirtschaftskrise notwendig.

Gebraucht werde eine "Mobilmachung für Solidarität und Hilfsbereitschaft", sagte Erdogan. Beim zweitägigen Anlass, der seit der vergangenen Woche mit Seminaren und Sitzungen vorbereitet wird, geht es um Wege zur Überwindung der globalen Finanzkrise.

Weltbank-Präsident Robert Zoellick will reiche und arme Staaten in der Organisation künftig auf gleicher Augenhöhe sehen. Entsprechend müssten die Stimmrechte neu verteilt werden.

Nach der geplanten Erhöhung der Stimmrechte von Schwellen- und Entwicklungsländern auf mindestens 47 Prozent sollten "mit der Zeit" 50 Prozent angepeilt werden, forderte Zoellick an der Jahrestagung von Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Istanbul.

"Das internationale System braucht eine Weltbank, die die wirtschaftliche Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts widerspiegelt", sagte der frühere US-Vizeaussenminister Zoellick.

IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn begrüsste die geplante Erhöhung der Stimmrechte von ärmeren Ländern in seiner Organisation. "Das stärkt unsere Legitimität", sagte der Franzose.

Die Weltbank will bis zum nächsten Frühjahr die Stimmrechtsanteile für ärmere Länder um mindestens drei Prozentpunkte auf 47 Prozent anheben. Die in der G24 zusammengeschlossenen Schwellen- und Entwicklungsländer fordern hingegen sechs Punkte mehr.

Mit Blick auf die Weltwirtschaftskrise mahnten Zoellick und Strauss-Kahn einmal mehr, dass es trotz Anzeichen einer Erholung noch zu früh sei, um Entwarnung zu geben. Die Erholung verlaufe nur schleppend, die private Nachfrage trage sich noch nicht selbst.

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