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Zusammenfassung Basler Kantonalbank dank besserem Zinsgeschäft mit höherem Gewinn

Die Basler Kantonalbank blickt auf ein positives 2016 zurück: Trotz politischer Unsicherheiten und Tiefzinsumfeld legten sowohl das Stammhaus als auch die Tochter Bank Coop zu. Der Jahresgewinn des Konzerns von 137,5 Millionen Franken bedeutet ein Plus von 9,0 Prozent.

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KEYSTONE

Die positiven Zahlen seien «keine Selbstverständlichkeit», sagte Direktionspräsident Guy Lachappelle am Donnerstag vor den Medien. Das BKB-Stammhaus steigerte unter dem Strich den Jahresgewinn um 4,8 Prozent auf 93,3 Millionen Franken.

Das Zinsgeschäft als Haupt-Standbein legte netto um 1,8 Prozent zu auf 184,4 Millionen Franken, bei sinkenden Erträgen und Aufwand. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft fiel hingegen der Erfolg mit 67,3 Millionen um 10,6 Prozent tiefer aus. Das Handelsgeschäft legte um 1,1 Prozent zu auf 63,8 Millionen, während der übrige ordentliche Erfolg um 5,5 Prozent auf 54,6 Millionen sank.

Dass das Zinsgeschäft trotz Nationalbank-Negativzinsen zulegte, erklärte Finanz- und Risiko-Chefin Simone Westerfeld mit einer Absicherung der Zinsänderungsrisiken und einem moderaten Kreditwachstum um 2,8 Prozent. 2016 seien keine zusätzlichen Wertberichtigungen auf Kreditausfälle nötig geworden.

Im Handel begann eine interne Reform zu wirken, wie Westerfeld weiter ausführte. Das Kommissionsgeschäft litt derweil unter Marktunsicherheiten und der Umsetzung der neuen Weissgeldstrategie.

Hilfreicher Sonderfaktor

Zwar stieg so unter dem Strich der Geschäftsaufwand und sank der Geschäftsertrag, doch weit stärker schlugen fast 40 Millionen tiefere Abschreibungen und Rückstellungen zu Buche. Diese Differenz ist fast ganz auf einen Sonderfaktor zurückzuführen, die Einigung im Steuerstreit mit Deutschland im 2015. Der Stammhaus-Jahresgewinn stieg so 2016 um 4,3 Millionen.

Die BKB verzeichnete Zunahmen bei den Hypotheken, Kundenvermögen und Depotvermögen von je grob einer halben Milliarde Franken. Dies lesen Verantwortliche als wiedergewonnenes Vertrauen. Im laufenden Jahr hofft die BKB, auch den USA-Steuerstreit endlich abhaken zu können; die Rückstellungen dafür von 100 Millionen blieben seit 2013 unverändert.

Neben dem Jahresgewinn hat das BKB-Stammhaus im Weiteren ihre Reserven um 70,8 Millionen Franken aufgestockt. Zudem blieb die Gesamtausschüttung an den Haupteigentümer Kanton Basel-Stadt mit 70,0 Millionen Franken unverändert.

Mit der neuen Strategie und einem neuen Auftritt will die BKB neue Kundschaft dazugewinnen, wie Bankratspräsident Andreas Sturm sagte. Lachappelle will dazu die Kreditbedingungen nicht lockern. Er verwies auf hohe Investitionen im vergangenen wie im laufenden Jahr; dabei sei die digitale Transformation essentiell für den Bankkonzern.

Stellen abgebaut

Den Effizienzbemühungen und der Digitalisierung sind 2016 indes allein im Stammhaus 41 Stellen zum Opfer gefallen, was bei noch 788 Stellen einen Abbau von knapp fünf Prozent bedeutet. Laut Lachappelle, der auf einen Sozialplan verwies, kam es auch zu Entlassungen. 2017 soll der Personalbestand nicht weiter sinken.

Im laufenden Jahr will die BKB laut Lachappelle trotz weiter schwierigem Umfeld operativ zulegen. Jedoch dürfte der Jahresgewinn wegen der Investitionen sinken, auf 85 bis 95 Millionen Franken. Bei Hypotheken und Neugeldern sollen die Zunahmen mit 250 respektive 270 Millionen Franken etwa halb so hoch ausfallen wie 2016.

Die Bank Coop hatte ihre Zahlen schon Anfang Monat publiziert: Ihr Jahresgewinn stieg 2016 um 2,6 Prozent auf 45,7 Millionen Franken, der Geschäftsertrag um 0,8 Prozent auf 245,4 Millionen. Die Konzernstruktur mit der landesweit tätigen Bank Coop ermögliche der BKB grössere Investitionen als sie alleine verkraften würde, sagte Sturm.