Wie das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Donnerstag mitteilte, stieg die Anzahl der alpenquerenden Fahrten auf der Strasse im Jahr 2010 um 77'000 auf 1,257 Millionen. Dies entspreche ungefähr dem Niveau von 2007 und 2008 - und damit der Situation vor der Wirtschaftskrise.

Als Zwischenziel in der Verlagerungspolitik sind bis Ende 2011 höchstens eine Million Fahrten angepeilt. Nach der Eröffnung des Gotthardbasistunnels sollen es ab dem Jahr 2019 nur noch 650'000 Fahrten sein. Damit wäre das in der Verfassung festgeschriebene Verlagerungsziel erreicht.

Es drohen zusätzliche Massnahmen

Gemäss Gesetz habe der Bundesrat dem Parlament zusätzliche Massnahmen zu unterbreiten, wenn die Zielerreichung nicht gewährleistet sei, teilte das UVEK weiter mit. Der Bundesrat werde deshalb mit dem nächsten Verlagerungsbericht im Herbst 2011 entsprechende Vorschläge machen.

Um welche Vorschläge es sich handeln könnte, war beim UVEK auf Anfrage nicht in Erfahrung zu bringen. Vom Parlament hatte der Bundesrat aber die Kompetenz erhalten, verschiedene Varianten einer Alpentransitbörse zu prüfen. Mit einer solchen Börse würde eine begrenzte Zahl von Lastwagenfahrten durch die Alpen versteigert.

Der ehemalige UVEK-Vorsteher Moritz Leuenberger hatte sich stark für dieses Instrument eingesetzt. Er betonte allerdings, dass eine Alpentransitbörse nur in Zusammenarbeit mit der EU eingeführt werden kann.

Mehr Güter auf Schiene als auf Strasse

Insgesamt werden nach wie vor mehr alpenquerende Güter auf der Schiene transportiert als auf der Strasse. Auch konnte die Bahn gegenüber der Strasse wieder Marktanteile zurückgewinnen: Im Jahr 2010 wurden 62,7 Prozent aller alpenquerenden Güter mit der Bahn transportiert, im Vorjahr waren es 60,9 Prozent.

Allerdings hat die Bahn die während der Wirtschaftskrise erlittenen Verluste gegenüber der Strasse noch nicht vollständig wettmachen können. Die im Jahr 2010 transportierte Gütermenge entspreche ungefähr dem Niveau von 2005 und 2006, hiess es.