Die Zehnder Group hat ein gutes Jahr hinter sich. Der Hersteller von Heizkörpern und Lüftungen erhöht den Umsatz deutlich, um 3 Prozent. Damit wurde erstmals die Umsatz-Marke von 600 Millionen Euro übertroffen. Dabei zeigten sich bekannte Muster: Das Geschäft mit Lüftungen wächst ansprechend, jenes mit Heizkörpern schwächt sich ab.

Bei den Lüftungen kam Zehnder auf ein Wachstum von 11 Prozent. In Europa lief es vor allem in Niederlanden und Belgien gut sowie in Polen und Spanien. In China boomt das Geschäft. Es gab ein Plus von 21 Prozent. Luftverschmutzung sei in China nach wie vor ein hochrelevantes Thema, sagt Finanzchef René Grieder. «Unser lokaler Finanzchef beispielsweise informiert sich jeden Morgen über den Feinstaubgehalt in der Luft. Dann entscheidet er, ob der mit dem Rad oder mit dem Bus ins Büro fährt.»

 

Heizkörper hingegen sind laufend weniger gefragt. Bei Zehnder schwächt sich dieses Geschäft seit Jahren ab. 2018 kam zusätzlicher Negativeffekt dazu: die warmen Temperaturen im Herbst. Der Rückgang betrug um die 2 Prozent. Mitschuld war der chinesische Markt. Der Ausfall von Grossprojekten führte zu einem Minus von 17 Prozent.

Bei der Marge setzte sich der Turnaround fort. Neu liegt die Ebit-Marge bei 5,2 Prozent. Vor zwei Jahren waren es 2,8 Prozent. Mittelfristig will man höher hinaus: 8 Prozent sollen es werden. Allerdings wird dieses Ziel nicht leichter zu erreichen sein, wenn es tatsächlich zur allgemein erwarteten konjunkturellen Abkühlung kommt.

Finanzchef Grieder zeigt sich auf Anfrage zuversichtlich, die Marge weiter erhöhen zu können – notfalls ohne Umsatzwachstum. «Wir sehen weitere Möglichkeiten günstiger einzukaufen und die Effizienz zu steigern, etwa, indem wir Prozesse verbessern.» Dabei werde natürlich auch die Erfahrung des neuen CEO helfen. Matthias Huenerwadel übernahm Anfang diesen Jahres. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Forbo tätig, ein Baarer Hersteller von Bodenbelägen und Bauklebstoffen. Huenerwadel wird allgemein zugutegehalten, dort seinen Geschäftsbereich laufend verbessert zu haben.

Beim Personal konnte Zehnder global leicht ausbauen. In der Türkei wurde ein neues Werk eröffnet. In China ist eine neue Fabrik geplant. In der Schweiz hingegen musste die Herstellung von Heizkörpern wegverlagert aus Gränichen AG, wo Zehnder 1895 gegründet wurde. 35 Arbeitsplätze gingen so verloren, wie im Mai letzten Jahres bekannt. Heute arbeiten noch 320 Mitarbeiter in Gränichen. Finanzchef Grieder kann immerhin vermelden, fast alle ehemaligen Mitarbeiter hätten wieder einen neuen Arbeitsplatz.