Zehnder noch verschont

Eine Dividende von Fr. 4.30 pro Aktie für das Jahr 2008 hat die Generalversammlung der Zehnder Group AG, Gränichen, am Mittwochabend in Suhr beschlossen. Damit wird wiederum an einer Ausschüttungsquote von 31 Prozent festgehalten.

Heinz Bürki

Im Ortsbürgersaal der Bärenmatte konnten gegen 250 Aktionärinnen und Aktionäre zur Kenntnis nehmen, dass die Zehnder Group im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 454 Mio. Euro (2% mehr als im Vorjahr) erreicht hat. Die Heizkörper legten um 5%, die Komfortlüftungen um 17% und Asia-Amerika um 9% zu, wie der neue Finanzchef Dominik Berchtold ausführte.

Das Unternehmen ist aus dem Alu-Geschäft ausgestiegen und hat drei Firmen verkauft, andererseits aber die Greenwood Air Management in England und die Cesovent AG in Rudolfstetten übernommen. Primär aufgrund einer einmaligen, nicht liquiditätswirksamen Belastung aus dem Verkauf der Faral in Italien sank der Reingewinn auf 2,8 Mio. Euro.

Umsatz geht deutlich zurück

«Für 2009 ist der Abschwung noch moderat», kündigte Berchtold an, «weil sich angerissene Projekte noch in Ausführung befinden.» Man habe aber auch bereits Überstunden- und Ferienguthaben sowie Temporärpersonal abbauen, Kurzarbeit einführen und einige Entlassungen vornehmen müssen. Für das laufende Jahr werde der Umsatz deutlich unter demjenigen der Vorjahre liegen und der operative Gewinn rückläufig sein, prophezeite der Finanzchef. Die grosse Herausforderung werde das Jahr 2010 bringen.

Ein Aktionär kritisierte die magere Dividende von nur Fr. 4.30, nachdem es im Vorjahr 45 Franken gegeben hatte. Bei einem Bilanzgewinn von 187 Mio. würden 186 Mio. auf die neue Rechnung übertragen. Das sei ein Missverhältnis. Zudem seien Verwaltungsrat und Management weiterhin ansehnlich entschädigt worden. CEO und VR-Präsident Hanspeter Zehnder entgegnete, die 186 Millionen habe man nicht in Form von Cash in der Kasse. Die Ausschüttungsquote von 31% basiere auf dem gesamten Ergebnis der Gruppe. Er selber habe im letzten Jahr weniger Lohn erhalten. Dann wählte die Versammlung Peter Wiesendanger für weitere drei Jahre in den Verwaltungsrat.

Hanspeter Zehnder berichtete, die Unternehmensstrategie sei überprüft worden. Die Zehnder Group biete Komfort, Gesundheit und Energieeffizienz an. Heute seien ganzheitliche Lösungen gefragt. «Wir wollen Anbieter für integrierte Innenraum-Klimalösungen werden», sagte er. «Die Kunden erhalten von uns alles aus einer Hand, was für sie und für uns nur Vorteile bringt. So können wir uns gegenüber der Konkurrenz auch besser abgrenzen und profilieren.» Nach einer guten Stunde trafen sich die Aktionäre im Foyer zum Apéro, um sich anschliessend im grossen Bärenmattesaal zum Nachtessen niederzulassen.

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