Während der Umsatz nur um 7 Prozent auf 15,55 Mrd. Dollar sank, halbierte sich der Betriebsgewinn auf 2,144 Mrd. Dollar, wie Xstrata am Dienstag bekannt gab. Unter dem Strich sackte der Reingewinn auf 2,015 Mrd. Dollar ab. Das ist ein Drittel weniger als im Vorjahressemester.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahres seien vom zyklischen Abschwung der Rohstoffpreise geprägt worden, erklärte Xstrata-Chef Mick Davis in einem Communiqué. Schuld am Preisverfall seien die Schuldenkrise in Europa und die flauere Wirtschaftsdynamik in China.

Preise sinken

Der Preisrückgang alleine zog den Betriebsgewinn von Xstrata um über 1 Mrd. Dollar nach unten. Am stärksten gaben die Nickel- und Bleipreise nach. Auch der Absatz schrumpfte. Überdies schlugen einmalige Kosten negativ zu Buche. Auf der anderen Seite profitierte der Konzern vom Anstieg des Dollars.

Xstrata befinde sich in einer Übergangsphase, erklärte Davis. Mehrere Minen seien erschöpft und stünden kurz vor ihrer Schliessung, während eine Reihe von neuen Abbaustätten erst in Zukunft hinzustossen werde. Zehn grössere Projekte mit tieferen Abbaukosten würden gegen Ende Jahr den Betrieb aufnehmen, elf weitere in den nächsten beiden Jahren, hiess es.

Angesichts der Lage drückte Xstrata auf die Bremse. Im ersten Halbjahr habe man 105 Mio. Dollar Kosten gespart, vor allem im Nickel- und Zinkgeschäft. Im Gesamtjahr 2012 rechne man per saldo mit Kosteneinsparungen von insgesamt 390 Mio. Dollar. Zudem würden 1 Mrd. Dollar an Investitionen verschoben.

Mit den neuen Minen hofft Xstrata rechtzeitig parat zu sein, wenn die Weltwirtschaft wieder zur Erholung ansetzt. Und mittelfristig würden die steigende Nachfrage nach Rohstoffen aus den Schwellenländern, die abnehmende Förderleistung älterer Minen und zunehmend schwierigere Abbaubedingungen die Preise wieder hochtreiben.

Erwartungen übertroffen

Trotz des Gewinneinbruchs hat Xstrata die Erwartungen der Analysten übertroffen. An der Londoner Börse legte die Aktie um 2,1 Prozent zu. Die Semesterzahlen genau analysieren wird der Rohstoffriese Glencore, der Xstrata für 26 Mrd. Dollar übernehmen will, aber mit der Opposition des Golfstaates Katar kämpft.

Dieser hatte Ende Juni als zweitgrösster Aktionär von Xstrata ein höheres Übernahmeangebot gefordert. Zusammen mit weiteren Aktionären wie den britischen Vermögensverwaltern Standard Life und Schroders ist Katar nicht mehr weit von der Schwelle von 16,48 Prozent entfernt, ab der die Opposition die Übernahme an einer Generalversammlung blockieren könnte.

Um eine Einigung zu finden, hatte Xstrata die Abstimmung der Aktionäre bereits vom 12. Juli auf den 7. September verschoben. Glencore ist zwar mit 34 Prozent grösster Aktionär von Xstrata, aber nicht stimmberechtigt. Der Deal wäre der grösste Zusammenschluss in der Branche seit 2007, als der australische Bergbauriese Rio Tinto den Aluminiumkonzern Alcan für 38 Mrd. Dollar übernahm und damit zugleich eine neue Rekordmarke setzte.

"Wir sind gut aufgestellt als Unternehmen, um gemeinsam mit Glencore ein wirklich grosses Bergbauunternehmen zu schaffen", erklärte Xstrata-Chef Davis. "Und sollte es dazu nicht kommen, sind wir ebenfalls gut aufgestellt als Xstrata, um alleine weiterhin den Wert für unsere Aktionäre zu steigern."