Jörg Baumann

Die gute Nachricht des Tages: Die Industriellen Betriebe Wohlen AG übernehmen die steigenden Stromkosten, die die AEW energie AG den Wiederverkäufern 2010 belastet. Das macht bei den Industriellen Betrieben in Wohlen immerhin 220 000 Franken aus. Die Stromtarife werden nächstes Jahr nicht erhöht. Dies teilte IBW-Geschäftsführer Peter Lehmann gestern mit. Der Stromabsatz sei im Versorgungsgebiet der IBW bis jetzt ziemlich stabil geblieben. Im zweiten Halbjahr rechnen die Industriellen Betriebe nur mit einem minimen Absatzrückgang.

IBW bis jetzt auf Kurs

Die IBW seien nicht von Stromgrosskunden abhängig, die ein Klumpenrisiko darstellen könnten, sagte Lehmann. Deshalb könne der Stromabsatz gehalten werden. Die IBW erzielten im ersten Halbjahr ein Betriebsergebnis nach Steuern von 1,08 Mio. Franken. Damit übertreffen sie das Budget um 13 Prozent, hinken aber dem Halbjahresergebnis 2008 um 41 Prozent hinterher. Laut Lehmann verlief das letzte Geschäftsjahr ausserordentlich gut, und sich die Zahlen nur bedingt vergleichen liessen. 2009 werde man die Budgetvorgaben erreichen. Bei den Personalkosten, die 20 Prozent des Aufwandes ausmachen, wird nicht gespart.

Strompreis seit 1995 gesunken

Den Kritikern, die behaupten, der Strom in Wohlen sei zu teuer, hielt Lehmann entgegen, dass der Strompreis bei einer durchschnittlichen Vierzimmerwohnung seit 1995 um fünf Prozent gesunken sei, teuerungsbereinigt gar um 17 Prozent. Die Gewerbebetriebe mussten für den Strom 25 Prozent weniger (teuerungsbereinigt 40 Prozent weniger) bezahlen. Trotzdem konnten die IBW ihre Abgaben an die Gemeinde in den letzten Jahren deutlich von 600 000 Franken auf über eine Million Franken erhöhen.

«Erfolgsgeschichte»

Aus der Sicht der Gemeinde sei die Umwandlung der IBW in eine Aktiengesellschaft eine Erfolgsgeschichte, sagten die Verantwortlichen. Die Ausfinanzierung der Pensionskasse und die Rückstellungen für die Sanierung des Gaswerkareals seien bereits abgehakt. Verwaltungsratspräsident René Meier betonte, dass die Luft für die IBW in den kommenden Jahren dünner werde, weil die Margen sinken.