Von Werner Schneiter

Mit Handwerkern arbeitet die seit 2001 in zweiter Generation von Heinz und Gregor Haab geführte Hawa AG mit ihren 140 Mitarbeitenden in Mettmenstetten schon lange zusammen. «Vor einiger Zeit reifte die Erkenntnis, einen Schritt weiterzugehen und die Architektur stärker einzubeziehen, weil wir am Markt auch in diesem Bereich mehr Wissen benötigen», sagte Heinz Haab. Die Preisverleihung an Nachwuchs-Architekten ist für ihn dazu das passende Symbol und ein Meilenstein zugleich in der 45-jährigen Firmengeschichte, die Karl und Otto Haab geprägt haben. Und er ist, wie Haab auch einräumte, Teil einer erweiterten Marktstrategie. «Dazu brauchen wir im Mosaik alle Steine. Durch die Zusammenarbeit mit Architekten können wir uns proaktiv verändern», so der Co-Firmenchef.
«Das wandelbare Haus»
Der erste Hawa Student Award trägt den Titel «Das wandelbare Haus». Ziel bildet dabei die Auseinandersetzung mit zeitgemässen Raumformen zu fördern und innovative Lösungen anzuregen. Wandelbarkeit ist die Folge von zunehmender Mobilität. Und sie macht auch im Haus nicht halt. Beim Wettbewerb ging es auch darum, die Möglichkeiten des Schiebens auszuloten und den Raum ohne grossen Aufwand in verschiedene Zustände zu bringen. Ein Raum beispielsweise, der nachts zum Schlafen gebraucht wird, tagsüber als Büro dient und abends als Partylokal. Mit Schiebesystemen der Hawa. Im Rahmen des Wettbewerbs «Das wandelbare Haus» galt es anhand eines Feriendomizils, ein pavillonähnliches, dynamisch konzipiertes Objekt zu entwickeln - mit dem Ziel, eine Vielzahl an räumlichen Wirkungen zu entfalten, die durch den Benutzer mitgestaltet werden können. Der architektonischen Grundidee zum Thema der räumlichen Veränderbarkeit mit Schiebelösungen wurde besonderes Gewicht beigemessen.
Unter den 30 von einer Jury bewerten Arbeiten wurden acht ausgesucht, schliesslich deren vier prämiert und je mit 3000 Franken dotiert - keine leichte Aufgabe, weil konfliktträchtig, wie Jurypräsident Andrea Deplazes an der Preisverleihung ausführte. Zum einen sei Architektur etwas Langsames und Beständiges, stabil und nachhaltig. Im vorliegenden Fall sei jedoch schnelle Wandelbarkeit im Vordergrund und Häuser eben selten schnell wandelbar. «Türen einfach durch Schiebetüren ersetzen - ein komplexes Thema», so der Jurypräsident. Die durchdachte Herangehensweise an das Thema der flexiblen Raumgestaltung haben die Jury bein den vier Gewinnerprojekten überzeugt.
Eine weitere Auflan des Hawa Student Award folgt im Jahr 2012. «Im nächsten Jahr steht das Design im Vordergrund - die Frage, wie Schiebebeschläge aussehen können», sagte Rolf Arnold, Leiter Marketing/Kommunikation der Hawa AG.