Schweizer Konjunktur

Wirtschaftsverband economiesuisse blickt optimistisch ins 2010

Verbandspräsident Gerold Bührer

Verbandspräsident Gerold Bührer

Im Sommer waren die Konjunkturaussichten des Wirtschaftsdachverbands economiesuisse noch düster, jetzt sind wieder optimistischere Töne zu hören: Im 2010 soll die Schweizer Wirtschaft wieder um 0,7 Prozent wachsen.

Wachstumstreiber wird gemäss economiesuisse die Exportwirtschaft sein, deren Ausfuhren sich nächstes Jahr im Vergleich zum laufenden Jahr wieder um 4 Prozent erhöhen dürften. Das Wachstum kompensiere die teilweise dramatischen Einbrüche im 2009 aber bei weitem nicht, sagte economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch vor den Medien.

In der Binnenwirtschaft rechnet economiesuisse im 2010 mit Einbussen, insbesondere in der Bauwirtschaft. Und auch der private Konsum verliert nach Ansicht der economiesuisse seine Rolle als Konjunkturstütze und wird leicht abnehmen.

Mit seiner Prognose befindet sich der Wirtschaftsdachverband in guter Gesellschaft: Fast alle Konjunkturforscher sagen fürs nächste Jahr ein Ende der Rezession und ein Wirtschaftswachstum in ähnlicher Höhe voraus. Einzig einige Banken gehen sogar noch von einem stärkeren Plus aus.

Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse definierte sieben Themen, in denen wirtschaftspolitische Weichen gestellt werden müssen. Das sei nötig, damit die Schweizer Wirtschaft auch langfristig wieder floriere.

Um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten, müsse die Wirtschaft vorab mit marktwirtschaftlichen Wachstumstreibern und nicht mit Konjunkturprogrammen angeheizt werden, sagte Verbandspräsident Gerold Bührer vor den Medien. Mit Blick auf die aktuelle Krise wand Bührer dem Bundesrat diesbezüglich sogar ein Kränzchen.

Nun gelte es aber, Investionshemmnisse abzubauen und Marktöffnungen entschlossen weiterzutreiben. So dürfe der Postmarkt nicht mit angezogener Handbremse liberalisiert werden, und im Gesundheitswesen müssten die Wettbewerbselemente gestärkt werden, sagte Bührer.

Als zweiten bedeutenden Wirtschaftsfaktor strich Bührer eine attraktive Steuer- und eine solide Finanzpolitik hervor.

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