Jetzt will die Wirtschaft doch gegen die Durchsetzungsinitiative der SVP kämpfen. Zwar stehen die Dachverbände Economiesuisse und Gewerbeverband immer noch abseits. Dafür aber springen mächtige Branchenverbände in die Bresche, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Der Verband schweizerische Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie «Swissmem» will die Gegenkampagne mit ihren Spitzenvertretern und mit einem «namhaften finanziellen Betrag unterstüzen», wie Swissmem-Sprecher Ivo Zimmermann bestätigt. Insider sprechen von einem sechsstelligen Betrag.

Auch «Interpharma» will sich «aktiv sich gegen die Durchsetzungsinitiative engagieren». Geschäftsführer Thomas Cueni: «Die Initiative ist zu extrem, stellt Verlässlichkeit und Rechtssicherheit in Frage. Sie würde auch die Personenfreizügigkeit verletzten. Diese Entwicklung müssen wir verhindern.» 

Anfang Januar wird zudem der Wirtschaftsverein «succsèSuisse» gar mit einem eigenen Wirtschaftskomitee in den Abstimmungskampf ziehen. Trägerschaftsmitglied, IT-Unternehmer und Zürcher FDP-Ständerat Ruedi Noser spricht von einem «Komitee mit führenden Köpfen aus der Wirtschaft und einem finanziellen Engagement, das eine breite und sichtbare Kampagne ermögliche».

Auch Wirtschaftsminister Johann-Schneider will sich an der Wirtschaftsfront gegen die SVP-Initiative beteiligen, obwohl sie kein Geschäft seines Departementes ist: «Die Durchsetzungsinitiative ist unnötig und schädlich. Sie bringt uns Konflikte mit der Personenfreizügigkeit und der Menschenrechtskonvention», erklärte Schneider-Ammann gegenüber der Sonntagszeitung.