Das teilte gestern das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit. Die Schätzungen der Ökonomen wurden dabei deutlich übertroffen. Im Schnitt hatten sie mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet.

Damit kann an der Rezessionsfront vorerst Entwarnung gegeben werden. Denn gemäss Definition liegt eine Rezession nur vor, wenn das BIP zwei Quartale hintereinander schrumpft. Nachdem die Schweizer Wirtschaft im zweiten Quartal 0,1 Prozent geschrumpft war, ging es im dritten Quartal nun aber wieder aufwärts.

Den grössten Wachstumsbeitrag zum BIP lieferte die gut laufende Exportwirtschaft mit einem BIP-Beitrag von plus 0,6 Prozent. Besonders gefragt waren im Ausland Chemikalien und verwandte Erzeugnisse. Ebenfalls zugenommen haben Exporte von Metallen, Fahrzeugen und die Energieexporte. Dagegen bildeten sich die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten, Uhren und Bijouterie sowie jene der Maschinen- und Elektronikindustrie leicht zurück.

Den zweitgrössten Wachstumsbeitrag lieferte der Staatskonsum, der definitionsgemäss zu 80 Prozent aus Lohnzahlungen für Behördenangestellte besteht. Während in den Medien nämlich vor allem die Entlassungen im Finanzsektor und anderen privaten Gesellschaften für Schlagzeilen sorgen, stellte der Staat in den letzten Monaten viele Leute ein (siehe Box oben). Der Staatskonsum lieferte insgesamt einen positiven BIP-Beitrag von plus 0,2 Prozent.

Ebenfalls einen positiven Wachstumsbeitrag lieferten die Konsumausgaben der Privathaushalte. Sie liessen das BIP insgesamt um 0,1 Prozent steigen. Dabei nahmen die Ausgaben für Gesundheitspflege sowie diejenigen der Kategorie Nachrichtenübermittlung stark zu. Dagegen sanken die Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke, Bekleidung und Schuhe sowie für die Kategorien Wohnung und Verkehr.

Negative Impulse gingen dagegen von den Investitionen und Veränderungen in den Lagerbeständen der Unternehmen aus. Beide liessen das BIP um 0,1 Prozent schrumpfen. Ebenso liessen auch die Importe das BIP um 0,1 Prozent sinken.

Die Bank Julius Bär sagte, man solle die «überraschend guten Zahlen» nicht überbewerten. «Die Seco-Zahlen unterliegen einer Schätzungenauigkeit», sagte Julius-Bär-Chefökonom Janwillem Acket gestern an einem Mediengespräch in Zürich. Schätzfehler von 0,5 Prozentpunkten seien keine Seltenheit. Acket geht davon aus, dass das Winterquartal nochmals schwierig werden wird. Vor allem wegen des schwierigen konjunkturellen Umfelds in der Euro-Zone. Aber auch Acket will den Rezessionsteufel nicht an die Wand malen. «Die Schweiz könnte die Kurve gerade noch kratzen», so Acket.