Credit Suisse

«Wir haben weisse Weste»: CS-Chefs zerstreuen Rücktritts-Forderungen

Der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Urs Rohner, ist überzeugt: Er und CEO Brady Dougan haben «eine weisse Weste». Für Dougan stand ein Rücktritt «nie zur Diskussion». Nun will das Duo die Bank durch die «schwierige Phase» führen.

Der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Urs Rohner, sieht sieht sich und Konzernchef Brady Dougan nicht persönlich in der Schuld für das fehlerhafte Verhalten der CS in den USA. "Persönlich haben wir eine weisse Weste", erklärte er am Dienstagmorgen gegenüber Radio SRF.

Ob das für die ganze Bank gelte, sei eine andere Frage. "Wir hatten interne Regeln, dass wir uns an die Rechtsordnung anderer Staaten halten", erklärte Rohner. Er sei enttäuscht, dass diese Regeln nicht eingehalten worden seien.

Angesprochen auf die Verantwortung der obersten Führung für die Verfehlungen in den USA sagte er: "Wir übernehmen die Verantwortung insoweit, indem wir die Bank durch diese schwierige Phase geführt haben und weiter führen."

Dougan: «Rücktritt stand nie zur Diskussion»

Einen Rücktritt Brady Dougen kategorisch aus. Ein solcher Schritt sei "nie zur Diskussion" gestanden. "Ich fühle mich der Credit Suisse sehr verbunden", betonte er. Er sei voll fokussiert gewesen darauf, die Probleme in den USA zu beseitigen.

Er sei glücklich, dass man nun zu einer Einigung gelangt sei, sagte Dougan. Gleichzeitig erklärte er: "Wir bedauern das Fehlverhalten der Vergangenheit zutiefst."

Kundendaten trieben Busse in die Höhe

Dass die Nummer zwei der Schweizer Bankbranche deutlich mehr bezahlen muss als 2009 die Konkurrentin UBS, die mit 780 Mio. Dollar davongekommen war, hat laut Dougan mehrere Gründe.

"Zunächst sind fünf Jahre vergangen", erklärte er. "In dieser Zeit sind die Kosten, um solche Rechtsfälle zu besiegeln, ziemlich gestiegen." Hinzu komme, dass die UBS im Gegensatz zur CS auch Kundendaten geliefert habe.

Grosse Strafe für kleines Geschäft

Amerikanischen Kunden hatten laut der Konzernführung der Credit Suisse keine grosse Bedeutung. "Das Geschäft war sehr klein", sagte Finanzchef David Mathers am Dienstag an einer Telefonkonferenz.

Er bezifferte das Vermögen von nicht steuerehrlichen Kunden auf "etwa einen Drittel" der 12 Mrd. Franken, auf die der Untersuchungsausschuss des US-Senats das Geschäft im Februar beziffert hatte.

VR-Präsident Urs Rohner sprach sich nachdrücklich für den automatischen Informationsaustausch (AIA) als Lösung für die Schwarzgeld-Problematik aus. Der AIA und die Weissgeldstrategie seien der richtige Weg. Das sage er schon "seit vielen Jahren", und nicht erst seit den Problemen mit den USA, erklärte er. (sda)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1