Bankgeheimnis
Wikileaks will zwei weitere Daten-CDs von Bankkunden enthüllen

Julien Assange gibt keine Ruhe. Wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt, will der Banker Rudolf Elmer dem Wikileaks-Gründer Daten von 2000 Bankkunden, die ihr Geld am Fiskus vorbeigeschleust haben, übergeben.

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Keystone

Der Schweizer Whistleblower Rudolf Elmer übergibt der Enthüllungsplattform Wikileaks am Montag in London zwei CDs, die potenziellen Sprengstoff beinhalten: Sie enthalten die Namen, Vermögensangaben und Kontobewegungen von rund 2000 Bankkunden, die ihr Geld in Offshore-Finanzplätzen parkiert und sich so Steuervorteile verschafft haben sollen. «Die Dokumente zeigen, dass sie sich hinter dem Bankgeheimnis verstecken, um möglicherweise Steuern zu vermeiden», sagt Elmer der Zeitung «Der Sonntag».

Geschäftsleute und Millionäre

Betroffen von der neusten Enthüllung seien Multimillionäre, internationale Konzerne und Hedge-Fonds aus zahlreichen Ländern, darunter die Schweiz, die USA, Deutschland und Grossbritannien. Unter den Kunden seien «bekannte Stützen der Gesellschaft», Geschäftsleute, Kunstschaffende und rund 40 Politiker - auch international bekannte. Sie hätten ihr Vermögen in Trusts und Fonds vor dem Fiskus versteckt.

Elmer sagt, dass die CDs nicht nur Kunden der Bank Julius Bär betreffen. Die Daten stammten «von mindestens drei Finanzinstituten» und deckten den Zeitraum zwischen 1990 und 2009 ab. Ein Grossteil der Dokumente sei ihm von anderen Whistleblowern zugespielt worden. Elmers Daten werden vorerst nicht im Internet veröffentlicht. «Wikileaks wird die Daten überprüfen, und falls es sich wirklich um Steuerhinterziehung handelt, diese später veröffentlichen.»

Elmer steht am Mittwoch wegen mutmasslicher Bankgeheimnisverletzung und Nötigung vor dem Bezirksgericht in Zürich. Der frühere Direktor der Bank Julius Bär auf den Cayman Islands hatte ab 2007 geheime Kundendaten auf Wikileaks gestellt, was in mehreren Ländern Strafverfahren gegen Steuerhinterzieher auslöste.

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