Hotelpreise

Wieso jetzt ein guter Moment ist für einen Trip nach Osteuropa

Parlamentsgebäude in Budapest: In der ungarischen Hauptstadt gingen die Übernachtungspreise am stärksten zurück.

Parlamentsgebäude in Budapest: In der ungarischen Hauptstadt gingen die Übernachtungspreise am stärksten zurück.

Ein Aufenthalt in Moskau, Warschau oder Prag ist in den letzten Monaten deutlich günstiger geworden. Hauptgrund sind die schwächelnden Währungen.

Jede Krise ist auch eine Chance. Auch wenn diese Phrase inflationär gebraucht wird, ist etwas Wahres dran: So hat die Ukraine-Krise dazu geführt, dass ein Städtetrip nach Moskau für Schweizer deutlich günstiger geworden ist. Im September 2013 kostete eine Hotelübernachtung in der russischen Hauptstadt durchschnittlich 189 Franken. Ein Jahr später werden dafür nur noch 166 Franken fällig.

Zu diesem Ergebnis kommt das Hotelpreisbarometer des Buchungsportals hotel.info, das auf rund zwei Millionen Buchungen und 250 000 Hotels basiert. Grossen Anteil an den sinkenden Übernachtungspreisen in Moskau hat der schwächelnde Rubel: In den letzten zwölf Monaten hat die russische Währung gegenüber dem Schweizer Franken ein Fünftel seines Werts verloren.

Schweden wird erschwinglicher

Wer also schon lange mal einen Einblick in die russische Seele gewinnen wollte, dem bietet sich nun eine günstige Gelegenheit. Doch auch wer keine Lust hat, ins Putin-Reich zu reisen, kann als Tourist von den geopolitischen Unsicherheiten profitieren. Die Ukraine-Krise hat nämlich auch die Währungen der ehemaligen Ostblock-Staaten in Mitleidenschaft gezogen – was ebenfalls tiefere Übernachtungspreise nach sich zieht.

Ein Städtetrip nach Budapest empfiehlt sich besonders: In der ungarischen Hauptstadt sind die durchschnittlichen Übernachtungspreise um über 13 Prozent gefallen. Auch in Warschau (minus 9,3 Prozent) und Prag (minus 8 Prozent) sind die Betten in diesem Herbst deutlich günstiger zu haben als noch vor einem Jahr.

Im restlichen Europa zeigt die Hotelpreisentwicklung ein uneinheitliches Bild. So ist zum Beispiel Schweden – grundsätzlich ein teures Pflaster – für Schweizer Touristen erschwinglicher geworden. Massgeblichen Anteil daran hatte auch hier die Währungsentwicklung: Die Krone verlor an Wert.

Der günstigste Zeitpunkt für eine Spanienreise ist dagegen vorerst vorbei. Nachdem das Preisniveau für spanische Hotelzimmer im Zuge der dortigen Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden sinkenden Nachfrage zuletzt rückläufig war, ziehen die Preise nun wieder deutlich an. Gegenüber dem Vorjahr müssen Zimmersuchende beispielsweise in Madrid durchschnittlich 30 Prozent mehr bezahlen für eine Übernachtung.

Bern und Zürich werden teurer

In den Schweizer Städten blieben die ganz grossen Preisschwankungen aus. Allerdings gibt es unterschiedliche Tendenzen: In Genf, Lausanne und Basel sanken die Übernachtungspreise, in Zürich und Bern stiegen sie an. Die Entwicklung in Zürich und Bern ist insofern überraschend, als die allgemeinen Konsumentenpreise in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgingen.

Als Grund für die eher unerwartete Entwicklung nennt hotel.info sowohl Veranstaltungen wie die Technologiemesse Sindex, die einen neuen Besucherrekord verzeichnete, als auch eine allgemein höhere Nachfrage.

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