Wohlenschwil
Wieder fehlt Geld in der Gemeindekasse

Finanziell bringt das kommende Jahr der Gemeinde Wohlenschwil keine Erholung. Statt der erhofften Steuerfusssenkung muss die Gemeinde weiterhin 122% abschöpfen.

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Geld

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Solothurner Zeitung

Dieter Minder

Der Gemeinderat rechnet bei einem Umsatz von 6,889 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von 430 000 Franken. Er begründet dies unter anderem mit dem kantonalen Projekt «Aufgabenteilung Kanton Gemeinden». Im laufenden Jahr erhielt die Gemeinde daraus noch einen Übergangsbeitrag von 558 000 Franken. Im kommenden Jahr wird dieser nicht mehr ausbezahlt. Und trotz ihrer sehr angespannten Finanzlage erhält Wohlenschwil weiterhin vom Kanton keinen Finanzausgleich.

3,391 Millionen Steuergelder sollen der Gemeinde 2010 zufliessen. Der Gemeinderat stützt sich dabei auf die Angaben des Kantons. Dieser prognostiziert gegenüber 2009 um 0,5% höhere Steuereinnahmen.

Gemeindeversammlung

Freitag, 20. 11. 2009, 20 Uhr,
Halle Blau.

Traktanden:Einbürgerungen: Peter Rusz, Anita Nrejaj, Abwassergebühren, Voranschlag 2010, Verschiedenes, Ehrungen, Apéro

Wiederum höhere Kosten

Der Nettoaufwand ist gegenüber dem Budget 2009 um 0,8% höher veranschlagt. Hier wirken sich vor allem die steigenden gebundenen Ausgaben für Bildung, Gesundheit und allgemeine Fürsorge aus. Die gebundenen Ausgaben können von der Gemeinde nicht beeinflusst werden. Sie hat lediglich die vom Kanton gestellten Rechnungen zu überweisen. Unter anderem dürften die Defizitbeiträge an das Pflegeheim Muri, den Effingerhort und die Klinik Barmelweid von 11 800 auf 27 000 Franken steigen. Der Defizitbeitrag ans Kantonspital beträgt voraussichtlich 121 700 Franken, in diesem Jahr waren es 114 800 Franken. Der Beitrag an die Spitex wird auf 60 00 Franken wachsen. Neben einem Sockelbeitrag von 5000 Franken muss die Gemeinde Fr. 39.40 pro Einwohner und Fr. 1.40 pro Einwohner für Kinder- und Onkologie-Spitex berechnen.

Um die Schuldzinsen zu bezahlen, müssen voraussichtlich 215 500 Franken aufgewendet werden. Der Betrag basiert auf einem Durchschnittszinssatz von 2,91%. Mit 449 000 Franken wird die Gemeinde durch die vorgeschriebenen Abschreibungen belastet. Dazu müssen auf dem mutmasslichen Bilanzfehlbetrag von 945 000 Franken 20% oder 189 000 Franken abgeschrieben werden.

Abwasser wird mehr kosten

Die Abwassergebühren sollen von Fr. 1.30 auf Fr. 1.80 erhöht werden. Der Gemeinderat begründet dies mit gestiegenen Kosten. So erhöht sich der Beitrag an den Abwasserverband Region Mellingen von 32 000 Franken im Jahre 1996 auf mutmasslich 100 000 Franken im kommenden Jahr. In den nächsten zehn Jahren muss das kommunale Kanalisationsnetz zudem für rund 15 Millionen Franken saniert werden. Mit der Gebührenerhöhung will der Gemeinderat sicherstellen, dass die Rechnung mittel- bis langfristig ausgeglichen bleibt.

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