Steuerstreit

Widmer-Schlumpf: «Wir brauchen ein Bankgeheimnis»

Bundespräsidentin und Finanzminister Eveline Widmer-Schlumpf

Bundespräsidentin und Finanzminister Eveline Widmer-Schlumpf

Für Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf ist klar, dass die Schweiz ein Bankgeheimnis braucht «und zwar für jene, die sich nichts zu Schulden kommen lassen». Dafür werde sie sich auch einsetzen, sagte Widmer-Schlumpf gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag».

Was die Schweiz jedoch nicht brauche, sei ein Bankgeheimnis für Steuerbetrüger und für schwere Steuerhinterzieher. Sollte das Bankgeheimnis aufgehoben werden, könnte sie sich auch eine Teilamnestie "für den Übergang in ein gutes neues System vorstellen", sagte Widmer-Schlumpf weiter.

Die Bundespräsidentin verteidigte erneut das Modell der Abgeltungssteuer mit anderen Ländern. Mit dessen Umsetzung sei ja erst begonnen worden. "Man kann doch das Modell nicht totsagen, bevor es die Chance hatte, sich zu bewähren", sagte Widmer-Schlumpf.

Die Verhandlungen mit Italien zum Beispiel seien sehr weit gekommen. Die bevorstehenden Wahlen führten zwar zu einer Verzögerung von "zwei, drei Monaten". Sie hoffe aber, dass in der Amtszeit von Ministerpräsident Mario Monti "zumindest noch die Eckwerte" festgelegt werden könnten, sagte Widmer-Schlumpf.

Sie gehe auf jeden Fall davon aus, "dass es auch im Fall eines Regierungswechsels zu einem Abschluss kommen wird". Und die Diskussion über die Abgeltungssteuer möchte Widmer-Schlumpf "auch auf EU-Ebene noch ernsthaft" führen.

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