Immobilienblase

Widmer-Schlumpf: «Bis zu 25 Prozent der Hypotheken betroffen»

Hypotheken für Immobilien werden teurer. Dafür sorgen die schärferen Eigenmittelvorschriften für Banken, die der Bundesrat am Mittwoch beschlossen hat. Er will damit eine Immobilienblase verhindern.

«Die Nationalbank und der Bundesrat haben mit Besorgnis die Entwicklung auf dem Wohnliegenschaftsmarkt und dem Immobilienmarkt beobachtet», sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf am Mittwoch vor den Bundeshausmedien. Bereits umgesetzte Massnahmen, darunter das von Hypothekarschuldnern mindestens verlangte Eigenkapital, hätten nicht ausreichend Wirkung gezeigt.

Die Nationalbank habe deshalb beantragt, den antizyklischen Kapitalpuffer zu aktivieren. Das bedeutet, dass die Banken für immobiliengesicherte Hypothekten über die ohnehin geforderten Eigenmittel hinaus 1 Prozent zusätzliches Kapital zurücklegen müssen.

«Massvolle» Massnahme

Viele Banken hätten bereits Reserven gebildet, sagte Widmer-Schlumpf. Nach ihren Angaben sind 15 bis 25 Prozent des ganzen Hypothekarvolumens von der Massnahme betroffen. Dieses belief sich Ende 2011 auf 797,8 Milliarden Franken. Der gesamte Puffer hat ein Volumen von rund 3 Milliarden Franken, wie Serge Gaillard, Direktor der Eidg. Finanzverwaltung, vor den Medien sagte.

Widmer-Schlumpf sprach von einer "massvollen" Massnahme. Gemäss Eigenmittelverordnung hätte der Bundesrat die Möglichkeit, bis zu 2,5 Prozent zusätzliche Eigenmittel zu verlangen. "Damit will man die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors stärken, man will frühzeitig entgegenwirken, dass es zu einer Blase kommen kann", sagte die Finanzministerin.

Nicht nur in Zürich, Genf und St. Moritz

Anzeichen für eine Immobilienblase hatte die Branche in den letzten Monaten in den Regionen Zürich, Genfersee und St. Moritz geortet. "Die SNB ist der Auffassung, dass sich das Problem auch an anderen Orten zeigt, nicht nur in diesen Regionen", sagte Widmer-Schumpf.

"Immobilienkrisen stellen eines der grossen Stabilitätsrisiken dar", ergänzte Gaillard. Niemand als die Nationalbank sei besser dafür geeignet, diese Risiken einzuschätzen. "Wir müssten schon gewichtige Gründe haben, um von den Empfehlungen der Nationalbank abzuweichen", sagte Gaillard.

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