Stein des Anstosses sind die Pläne des Bundesrats, rund die Hälfte der Kosten für IV-Anlehre oder praktische Ausbildung einzusparen. Die Massnahme war ursprünglich in der geplanten IV-Revision vorgesehen. Noch bevor diese überhaupt vom Parlament diskutiert wurde, hat das Bundesamt für Sozialversicherungen die neuen Einschränkungen schon per Kreisschreiben eingeführt.

Behinderte Menschen kämpfen für eine Berufsausbildung

Behinderte Menschen kämpfen für eine Berufsausbildung

Die Behindertenverbände stören sich an der fehlenden öffentlichen Diskussion, mehr aber noch aber den Auswirkungen der neuen Praxis: Neu werden nicht mehr zweijährige, sondern praktisch nur noch einjährige Anlehren oder praktische Ausbildungen genehmigt. Beiträge für ein zweites Jahr gibt es nur noch, wenn eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt erwartet werden kann.

Mit der Petition fordern die Behindertenorganisationen insieme, Vereinigung Cerebral und Procap vom Bundesrat, auch Jugendlichen mit einer schwereren Behinderung eine Berufsausbildung zu garantieren. Ihnen dürfe die Förderung nicht abgesprochen werden, nur weil es sich vermeintlich wirtschaftlich nicht rechne, heisst es in einer Medienmitteilung vom Montag.

Die Petition ist für das Parlament zwar unverbindlich. Die Behindertenverbände lassen damit aber doch die Muskeln spielen: Mit der Sammlung von 100'000 Unterschriften haben sie laut Procap-Mediensprecher Bruno Schmucki bewiesen, dass sie durchaus referendumsfähig sind.