Medikamente

Wichtiger Erfolg für Roche

Roche-Chef Severin Schwan freut sich über ein neues, vielversprechendes Medikament.

Roche-Chef Severin Schwan freut sich über ein neues, vielversprechendes Medikament.

Ein neues Medikament gegen Brustkrebs zeigt erfreuliche Resultate im Vergleich zur bestehenden Therapie.

Die Erleichterung der Roche-Anleger ist gross. Mit Spannung haben sie auf die Resultate einer neuen Studie zu einem Brustkrebsmittel gewartet. Bereits im Vorfeld haben Analysten gewarnt, dass der Genussschein des Basler Pharmakonzerns um 10 Prozent einbrechen könnte, sollte die Studie negativ ausfallen. Doch nun feiert Roche mit der Studie einen Erfolg, die Titel stiegen gestern um 6,5 Prozent auf 262.10 Franken.

Konkret geht es um ein neueres Brustkrebsmedikament namens Perjeta. Dieses wurde in Kombination mit dem älteren Präparat Herceptin und einer Chemotherapie getestet. Behandelt wurden Patientinnen mit einem sogenannten HER-2-positiven Brustkrebs, der sich in einem frühen Stadium befindet und der zuvor bereits operiert wurde. Roche verglich dabei diese Dreifachkombination mit der bisherigen Standardtherapie, die aus Herceptin und einer Chemotherapie besteht.

Wie sich nun zeigt, wirkt die Dreifachkombination besser. Die gesteckten Ziele der Studie seien erreicht worden, die Resultate statistisch signifikant, teilt Roche mit. Zudem sind keine neuen Sicherheitsbedenken aufgetreten. Die detaillierten Ergebnisse der Studie stehen allerdings noch aus. Der Pharmakonzern wird sie vermutlich am amerikanischen Krebskongress Asco im kommenden Juni veröffentlichen.

Rund ein Drittel der Patientinnen mit HER-2-positivem Brustkrebs erleiden einen Rückfall, nachdem der Tumor entfernt wurde. Bereits Herceptin brachte für die Betroffenen einen grossen Erfolg. Bei weit über 80 Prozent dieser Patientinnen schaffte es das Medikament, dass der Krebs nicht wieder auftritt. Ohne Behandlung verlief die Krankheit meist tödlich.

Umsatzschub erwartet

Damit die Kombination mit dem neuen Medikament Perjeta von Ärzten und Zulassungsbehörden angenommen wird, müsse die Therapie vermutlich bei zwischen 92 und 94 Prozent der Patientinnen erfolgreich sein, schreibt der Analyst der US-Investmentbank Jeffries. Gemessen wird der Erfolg daran, dass der Brustkrebs bei den Betroffenen über die Dauer von drei Jahren nicht zurückkehrt.

Kommerziell ist die Studie deshalb so wichtig, weil die Behandlung der rückfallgefährdeten Patientinnen laut der Zürcher Kantonalbank rund 70 Prozent des Umsatzes von Herceptin ausmacht. Das Medikament ist mit Verkäufen von 6,7 Milliarden Franken der drittwichtigste Umsatzträger von Roche. In diesem Jahr kommen nun Nachahmerpräparate von Herceptin, sogenannte Biosimilars, auf den Markt. Wäre die Studie negativ ausgefallen, hätte Roche empfindliche Umsatzeinbussen hinnehmen müssen.

Setzt sich die neue Kombinationstherapie durch, rechnen mehrere Analysten mit einem Umsatz von bis zu 9 Milliarden Franken für Herceptin und Perjeta. Andere Beobachter sind zurückhaltender und wollen zuerst die detaillierten Resultate der Studie abwarten.

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