Drei Girokonten bei der Nationalbank (SNB) haben es in sich. Girokonto 43481.00027: Es gehört der Finanzdirektion des Kantons Zürich. Girokonto 41465.00027: Inhaber ist die Finanzverwaltung der Stadt Zürich. Und Girokonto 20415.00027: Es gehört der Caisse de l’Etat de Genève, dem Kanton Genf.

Das stösst Parlamentariern sauer auf, wie Recherchen der Zeitung „Schweiz am Sonntag“ zeigen. «Trifft es zu, dass der Bund, Publica und ein Kanton von den Negativzinsen ausgenommen sind?», will. Und weiter: «Wie reagiert der Bund auf dieses ‹Geschäftsmodell›? Wie ist die Lage der anderen Kantone?», will CVP-Ständerat Pirmin Bischof in einem Postulat wissen.

Brisant sind die drei Konten, weil sie in der SNB dem Bereich «Inländische Behörden» zugerechnet werden. Spätestens seit dem 22. Januar 2015 ist dies ein grosses Privileg, um das alle anderen Kantone und Städte Zürich und Genf beneiden. Seit diesem Tag ist der Negativzins von –0,75 Prozent in Kraft, den die SNB eingeführt hat. Girokonti «Inländischer Behörden» aber sind «in der Regel», wie es bei der Nationalbank heisst, von Negativzinsen ausgenommen. Genauso wie das Konto des Bundes selbst, des AHV-Fonds («bundesnahe Betriebe») und der Pensionskasse Publica.

Dass sie als einer von zwei Kantonen und als einzige Stadt das Privileg eines SNB-Girokontos haben, überrascht selbst die Behörden in Kanton und Stadt Zürich. «Wir haben zweifelsfrei seit mindestens 1986 ein Girokonto bei der Nationalbank», sagt Patrick Pons, Leiter Kommunikation des Finanzdepartements der Stadt Zürich. «Wir benützen es aber nicht zur Geldanlage, sondern für die Bargeldverarbeitung.» Auch das Konto des Kantons Zürich bei der SNB bestehe schon seit langem, «sicher schon seit den 1970er-Jahren, allenfalls schon länger», sagt Hansruedi Bachmann, Generalsekretär der Finanzdirektion des Kantons Zürich. Über dieses Konto werde nur Bargeld einbezahlt, das dem Kanton Zürich zugehe. Jeden Tag würden die Bareinnahmen auf dem Konto saldiert und Konten bei anderen Banken gutgeschrieben.