Valora

Wenn der Kiosk zum Supermarkt wird

Snacks, Süssigkeiten, Rubbellose, Tabakwaren, elektronische Bezahl-Terminals. Pressetitel machen nur noch einen kleinen Teil des Gesamtsortiments aus. Dieses will Valora mit neuen Food-Angeboten und noch mehr Dienstleistungen erweitern. Ganz verschwinden werden Zeitungen und Magazine nicht. Sie tragen wesentlich zur Kundenfrequenz bei.

Eine K-KioskVerkaufsstelle, wie man sie heute kennt.

Snacks, Süssigkeiten, Rubbellose, Tabakwaren, elektronische Bezahl-Terminals. Pressetitel machen nur noch einen kleinen Teil des Gesamtsortiments aus. Dieses will Valora mit neuen Food-Angeboten und noch mehr Dienstleistungen erweitern. Ganz verschwinden werden Zeitungen und Magazine nicht. Sie tragen wesentlich zur Kundenfrequenz bei.

Heisser Kaffee, frische Gipfeli, Handy-Aufladestelle. Der Kiosk kann immer mehr. Das Handelsunternehmen Valora baut in K-Kiosk-Filialen das Angebot von Food und Dienstleistungen massiv aus.

Zeitungen, Tabakwaren oder Lottospiel. Das waren Gründe, warum die Kunden früher den Weg zum Kiosk fanden. Heute ist an den Verkaufsstellen weit mehr erhältlich: Es gibt heissen Kaffee und frische Gipfeli, man kann sein Handy aufladen, bestellte Bücher abholen oder Geld ins Ausland schicken. Das veränderte Konsumverhalten und die Digitalisierung haben dazu geführt, dass das grösste Schweizer Kiosknetz, K-Kiosk, das Sortiment angepasst und seine Filialen komplett modernisiert hat.

K-Kiosk gehört, genau wie die Avec-Shops, die Kaffeekette Spettacolo oder die Bäckereikette Ditsch/Bretzelkönig, zum europaweit tätigen Handelsunternehmen Valora. Von rund 900 K-Kiosk-Verkaufsstellen, die es hierzulande gibt, wurden in den letzten zwei Jahren rund die Hälfte aufgefrischt. Doch die Transformation ist noch nicht zu Ende, wie an der gestrigen Jahresmedienkonferenz in Zürich zu vernehmen war.

Valora entwickelt sich von einem Grosshändler zu einem auf Einzelhandel und Sofortverzehr-Produkte spezialisierten Unternehmen. Diesen Prozess vorangetrieben haben unter anderem folgende Ereignisse: der Erwerb von Ditsch/Bretzelkönig im Herbst 2012, der Verkauf der Division Valora Services – der Pressegrosshandel – im Sommer 2014 und die Übernahme des Westschweizer Kleinflächen-Einzelhändlers Naville im November 2014.

«Der Transformationsprozess von Valora nähert sich langsam dem Ende», sagt Michael Mueller, CEO von Valora. In diesem Jahr soll auch noch die für den Vertrieb von Drittmarken zuständige Division Valora Trade verkauft werden. Spätestens dann wird die strukturelle Veränderung vom Grosshandel zum Einzelhandel vollzogen sein.

«Das Marktumfeld hat sich in den letzten Jahren signifikant verändert», sagt Mueller. Valora hat mit anderen Worten auf die neuen Kundenbedürfnisse, auf den rückläufigen Pressemarkt reagieren müssen. Zwischen 2010 und 2014 ist der Bruttogewinn der Presseerzeugnisse – zusammen mit Tabak die traditionell grösste Produktkategorie – um 40 Prozent geschrumpft. «Der Presseschwund ist eine Tatsache. Wir rechnen damit, dass der Trend so weitergeht», sagt Mueller.

Dies soll aber nicht heissen, dass Pressetitel völlig im Kiosk verschwinden werden. Im Gegenteil: «Dieser Bereich wird für Kioske immer relevant bleiben», betont der Valora-Chef. Er glaube trotz des Presseschwunds an Zeitungen und an spezialisierte Presseangebote, wie zum Beispiel Fachmagazine. Solche Pressetitel tragen wesentlich zur Kundenfrequenz bei.

Neuausrichtung von K Kiosk

Als Detailhändlerin setzt Valora nun an gut frequentierten Standorten wie Bahnhöfen, Flughäfen, Einkaufszentren und Innenstädten auf neue Geschäftsbereiche. So sollen etwa Produkte zum Sofortverzehr und Dienstleistungen einen höheren Stellenwert bekommen.

Und was bedeutet die Neuausrichtung für die K-Kiosk-Verkaufsstellen, wie werden sie in Zukunft aussehen? Das Angebot an Getränken wie auch an frischen Backwaren werde vergrössert, erklärt Mueller. Zudem werden auch die Dienstleistungen einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen. «Früher war das Lottospiel die klassische Dienstleistung.» Heute seien es Finanzdienstleistungen wie Geldtransfer, Debitkartengeschäfte oder Online-Bezahllösungen. Aber auch weitere Dienstleistungen seien geplant. Doch wie diese aussehen werden, sei unklar: «Noch sind sie nicht spruchreif.»

Foodbereich soll stark wachsen

Klar ist aber, woher die künftigen Einnahmen kommen sollen: Dienstleistungen, Food- und Non-Food-Artikel machen heute über ein Drittel des K-Kiosk-Nettoumsatzes aus. In Zukunft werden Food und Co. einiges mehr dazu beisteuern. Valora werde diese Bereiche «massiv ausbauen», sagt Mueller.

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