Swiss App Awards

Wenn Apps sprechen: Blinde und Sehbehinderte vergeben eigenen Award

«Access4all» gibt Apple für die Accessibility gute Noten.

«Access4all» gibt Apple für die Accessibility gute Noten.

Die Stiftung «Zugang für alle» verleiht den «Schweizer ÄCHZessibility Award» an die besten behindertentauglichen Smartphone-Apps. Der iPhone-Hersteller Apple und die SBB schneiden in der Tauglichkeit für Blinde und Sehbehinderte am besten ab.

Auch Blinde und Sehbehinderte benutzen Smartphones. Und sie sind darauf angewiesen, dass sie dort Sprachsignale erhalten, wo Sehende die Augen benutzen. Am besten umgesetzt habe dies Apple, sagte René Jaun, selbst blinder Accessibility-Spezialist bei der Stiftung und Initiant der Aktion.

iPhones verfügen über einen bestimmten Betriebsmodus. Fährt ein Blinder mit dem Finger über den Touchscreen, so sagt ihm eine Stimme laufend, was sich gerade unter seinem Finger befindet. Die Anwendung öffnet sich aber erst, wenn nach der Ansage ein Fingerdruck erfolgt.

Sehr viele Apps erfüllten bereits die Anforderungen, so der Accessibility-Spezialist. Andere könnten von den Programmierern mit relativ geringem Aufwand nachgerüstet werden. Macht man die Entwickler auf Mängel aufmerksam, fallen die Reaktionen laut Jaun sehr unterschiedlich aus. Das gehe von grosser Bereitschaft etwas zu verändern bis hin zu «kein Interesse».

Als besonders positives Beispiel erwähnte Jaun die SBB. Für die Entwicklung ihrer App sei sie von sich aus auf die Stiftung zugekommen. Und trotz ein paar Mängeln sei sie für Sehbehinderte und Blinde gut zu bedienen.

Als er von den 1. Swiss App Awards gehört habe, habe er «relativ spontan» beschlossen, die nominierten Apps auf ihre Behindertentauglichkeit hin zu testen. Für ihren «ÄCHZessibility Award» arbeitet die Stiftung mit blinden und sehbehinderten Benutzern zusammen, die im Blog «Access for all» über ihre Erfahrungen berichteten.

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