2015 hatte Ermotti 14,3 Millionen Franken kassiert und damit mehr als jeder andere Chef der 30 grössten börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz - rechnet man bei Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam die millionenschwere Entschädigung für entgangene Boni beim früheren Arbeitgeber nicht mit ein.

In dem Jahr hatte die UBS mit einem Gewinn von 6,2 Milliarden Franken ihr bestes Jahresergebnis seit fünf Jahren erzielt. Allerdings trugen dazu saftige Steuergutschriften bei. 2016 halbierte sich der Gewinn der Grossbank beinahe auf noch 3,2 Milliarden Franken.

Das sind zudem 102 Millionen Franken weniger, als die UBS noch im Januar aufgrund ungeprüfter Zahlen gemeldet hatte. Die Bank musste nachträglich mehr Geld zur Seite legen für die Beilegung eines Streits zu US-Hypothekenpapieren. Im März erzielte sie diesbezüglich eine grundsätzlich Einigung mit einem Kläger, wie sie in dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht schreibt.

Gute Noten

Weniger Reingewinn hin oder her: Ihrem Konzernchef stellt die Bank für das vergangene Jahr Top-Noten aus. Zwar verfehlte Ermotti eine 100-prozentige Zielerreichung beim bereinigten Vorsteuergewinn des Konzerns und der bereinigten Rendite auf Eigenkapital abzüglich Goodwill und anderer immaterieller Vermögenswerte.

Dafür übertraf er sie punkto Kapitalbewirtschaftung und allen qualitativen Zielen - darunter etwa ein effektives Kostenmanagement, eine starke Kundenorientierung sowie integeres Verhalten. Der Verwaltungsrat würdige Ermottis starke Führung in einem Jahr, in dem das Unternehmen trotz eines schwierigen Geschäftsumfelds ein solides Finanzergebnis erreicht habe, heisst es im Vergütungsbericht.

Weiter sei er der Strategie verpflichtet geblieben, habe sich auf eine disziplinierte Umsetzung konzentriert und die Kostensenkungsprogramme weiter vorangetrieben. Eine seiner grossen Leistungen stelle die erfolgreiche Umgestaltung der Konzernleitung dar. Zudem anerkenne der Verwaltungsrat den erneuten "erheblichen Fortschritt" beim kulturellen Wandel der Bank.

Dafür erhält Ermotti Boni von insgesamt 10,9 Millionen Franken, 5 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon wird allerdings nur eine Million in Bar ausgezahlt, der Rest der Bezahlung erfolgt in Aktienanwartschaften und Kapitalinstrumenten, die in 3 bis 7 Jahren übertragen werden. Die Boni-Einbusse für Ermotti fällt prozentual um einiges geringer aus als im Schnitt bei seinen Mitarbeitern.

Weniger Boni für Manager

Die gesamte Konzernleitung streicht für 2016 knapp 98 Millionen Franken ein, nach 93,4 Millionen Franken im Vorjahr. Diese Summe verteilt sich aber auf mehr Köpfe als noch im Vorjahr, da die Geschäftsleitung von zehn auf zwölf Mitglieder aufgestockt wurde. Die einzelnen Manager erhielten im Schnitt 16 Prozent weniger Boni. Die Aktionäre können über die Boni an der Generalversammlung abstimmen.

Der Boni-Topf für die UBS-Mitarbeiter schrumpfte 2016 um 17 Prozent auf 2,9 Milliarden Franken. Verteilt wurden die Boni auf 47'603 Angestellte. Noch nicht eingerechnet in dem Topf sind Ersatzzahlungen sowie die Vergütung für 7025 Finanzberater in der amerikanischen Vermögensverwaltung. Alles in allem belaufen sich die UBS-Boni auf 6,7 Milliarden Franken.

Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass ein Teil der Boni erst später ausbezahlt wird, die endgültige Höhe hängt damit von Verfalls- und Leistungs-Bedingungen ab. Der gesamte Personalaufwand bewegt sich mit 15,7 Millionen Franken auf einem ähnlichen Niveau wie in den beiden Vorjahren.

Axel Weber erhält mehr

Eine leicht dickere Lohntüte als 2015 erhält Verwaltungsratspräsident Axel Weber. Sein Lohn stieg leicht von 6,03 auf 6,07 Millionen Franken. Das ist auf höhere Nebenleistungen wie Krankenversicherung zurückzuführen. Gemeinsam erhalten die 12 Verwaltungsratsmitglieder 13,2 Millionen Franken nach 12,8 Millionen Franken im Vorjahr.

In zwei Wochen (24. März) legt Rivalin Credit Suisse ihren Geschäfts- und Vergütungsbericht vor.

UBS White Paper: «Milliarden-Investitionen als Teil unserer Verantwortung»

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Am Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos hat die UBS ihr Whiteaper «Mobilizing Private Wealth for Public Good» (Mobilisierung von Privatvermögen für das öffentliche Wohl) präsentiert. Die Grossbank sieht darin ein wichtiges Element anpassungsfähiger und verantwortungsvoller Führung - das diesjährige Thema des Wef.

UBS hat weniger verdient als gedacht

Die UBS hat 2016 weniger verdient als zunächst gedacht: Im Geschäftsbericht 2016 beziffert die Bank den Gewinn auf 3,2 Milliarden Franken. Die ungeprüften Ergebnisse, die Ende Januar veröffentlicht wurden, zeigten noch einen Gewinn von 3,3 Milliarden Franken. Grund für die Abweichung sind höhere Rückstellungen.

Die UBS musste im Zusammenhang mit einer Grundsatzvereinbarung mit der National Credit Union Association (NCUA) zur Beilegung eines Streits zu Hypothekenpapieren (RMBS) mehr Geld zur Seite legen, wie die Grossbank in einer Mitteilung zum Bericht vom Freitag schreibt. Die Anpassung drückt der den Aktionären zurechenbare Gewinn um 102 Millionen Franken.

Die NCUA wirft der UBS Falschangaben und Unterlassungen in den Verkaufsunterlagen für RMBS vor. Im März 2017 erzielten die Parteien jedoch eine grundsätzliche Einigung, die Angelegenheit beizulegen.

Insgesamt hat die UBS per Ende 2016 für Rechtsfälle, regulatorische und ähnliche Angelegenheiten 3,261 Milliarden Franken auf der hohen Kante, nach 2,983 Milliarden Franken Ende 2015. Für neue Risiken stellte die Bank 906 Millionen Franken zurück. Zugleich löste sie 98 Millionen Franken an Rückstellungen auf und verwendete 554 Millionen Franken für den vorgesehenen Zweck.