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Weniger Gewinn: Julius Bär baut in der Schweiz 200 Stellen ab

Die Julius Bär verwaltete 2019 mehr Vermögen, machte aber weniger Gewinn.

Die Julius Bär verwaltete 2019 mehr Vermögen, machte aber weniger Gewinn.

Ein Rechtsstreit und Geldabflüsse beim neu übernommenen italienischen Finanzinstitut Kairos drücken auf die Bilanz der Bank. Diese reagiert mit einem Stellenabbau.

Julius Bär baut weltweit 300 Stellen ab, 200 davon in der Schweiz. Dies gab CEO Philipp Rickenbacher am Montag bekannt. Der IRFS-Konzerngewinn von Julius Bär ist um 37 Prozent auf 456 Millionen Franken gesunken. Grund für den Gewinnrückgang sind unter anderem hohe Rückstellungen und Abschreibungen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Geschmälert wurde das Ergebnis insbesondere durch eine Klage, die eine 2005 von Julius Bär übernommene Bank betrifft. Bei dieser soll es in den 1990er-Jahren zu unrechtmässigen Bezügen gekommen sein. In diesem Zusammenhang hat Julius Bär 153 Millionen Franken zurückgestellt.

Weiter belastet die Übernahme des italienischen Geldinstituts Kairos die Bank mit rund 100 Millionen Franken. Aufgrund hoher Geldabflüsse bei Kairos schreibt Julius Bär 99 Millionen Franken zusätzlich ab.

426 Milliarden Franken verwaltete Julius Bär im Jahr 2019 – 44 Milliarden oder zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Die am Dienstag publizierten Zahlen zeigen, dass die Bank von einer starken Erholung der globalen Aktienmärkte profitieren konnte.

Die Kapitalquote liegt über den regulatorischen Mindestanforderungen, die BIZ-Gesamtkapitalquote beträgt 22,1 Prozent. Die Dividende für die Aktionäre bleibt unverändert: Sie erhalten pro Aktie 1.50 Franken. CEO Philipp Rickenbacher kündigte für die nächsten drei Jahre Effizienzsteigerungsprogramm und Kostensenkungen an. (wap) 

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