China

Weniger Geld von ausländischen Investoren in China

Bauarbeiter in Peking (Archiv)

Bauarbeiter in Peking (Archiv)

Trotz des weiter kräftigen Wirtschaftswachstums in China treten ausländische Investoren immer kräftiger auf die Bremse. Im Juli seien die Investitionen um 35,7 Prozent auf 5,36 Mrd. Dollar gesunken, teilte das chinesische Handelsministerium in Peking mit.

Der Rückgang war zum zehnten Mal in Folge deutlich grösser als im Vormonat mit 6,8 Prozent. Von Januar bis Juli verringerten sich die ausländischen Investitionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,3 Prozent.

Von einer weltweiten Finanzkrise ist in China weiterhin nichts zu spüren: Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 7,9 Prozent.

Dieses starke Wachstum sorgt für Rohstoffhunger in China. In Handel mit Rohstoffen konnte China einen Erfolg für sich verbuchen. China gelange es, einem kleineren Produzenten mit einer Milliarden-Investitionszusage einen Rabatt abzuringen.

Das australische Unternehmen Fortescue Metals Group scherte aus der Gruppe der Produzenten aus und vereinbarte für die zweite Jahreshälfte einen um 35 Prozent niedrigeren Preis als im vergangenen Jahr. Im Gegenzug wird China dem Unternehmen eine Finanzierung von bis zu sechs Mrd. Dollar bereitstellen.

Chinesische Beamte priesen die Einigung umgehend als neue Referenz für die laufenden Verhandlungen mit den Branchengiganten Rio Tinto, BHP Billiton sowie dem brasilianischen Vale-Konzern. Rio Tinto spielte die Einigung aber sofort als "irrelevant" herunter.

Monat für Monat importiert China mehr als 50 Mio. Tonnen Eisenerz - von Fortescue wird China aber nur 20 Mio. Tonnen erhalten.

Die alljährlichen Preisverhandlungen sind in diesem Jahr wegen des australisch-chinesischen Spionage-Streits besonders verfahren. China hatte Anfang Juli vier Mitarbeiter von Rio Tinto festgenommen und wirft ihnen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen in der Stahlbranche vor.

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