Das wäre das erste Minus seit Jahrzehnten, wie der IWF in seinem in Washington veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick schreibt. Damit ist der IWF deutlich pessimistischer als noch im März, als er ein Minus von lediglich 0,5 bis 1,0 Prozent für die weltweite Wirtschaft prognostiziert hatte.

"Die Weltwirtschaft ist in einer tiefen Rezession, die durch eine massive Finanzkrise und einen akuten Vertrauensverlust bewirkt wurde", bilanzieren die IWF-Ökonomen in ihrem Gutachten.

2010 sieht es laut IWF etwas besser aus: Die Weltwirtschaft dürfte dann wieder um 1,9 Prozent wachsen. Wichtig für die Trendwende ist aber, dass die Behörden entschiedene Schritte unternehmen, um das Vertrauen an den Finanzmärkten wiederherzustellen, wie es im Bericht heisst.

Für die Schweiz rechnet der IWF mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 3,0 Prozent im laufenden Jahr. Auch kommendes Jahr geht es hierzulande abwärts, dann allerdings lediglich noch um 0,3 Prozent. Die Arbeitslosigkeit steigt in der Schweiz im laufenden Jahr auf durchschnittlich 3,9 Prozent, im kommenden Jahr sogar auf 4,6 Prozent.

Für Deutschland, den wichtigsten Handelspartner der Schweiz, sagt der Fonds für das laufende Jahr sogar einen Rückgang des BIP von 5,6 Prozent voraus. Damit ist der IWF etwas zuversichtlicher als die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, die gleichentags einen Einbruch um 6,0 Prozent vorhersagten.

In der Euro-Zone stürzt in diesem Jahr nur die irische Wirtschaft tiefer ab als Deutschland: Der IWF sagt für Irland einen BIP-Rückgang von 8,0 Prozent voraus. Die US-Wirtschaft schrumpft gemäss der Prognose um 2,8 Prozent. Japan, hinter den USA die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt, muss ein Minus von 6,2 Prozent hinnehmen.

Der IWF schätzt, dass das weltweite Handelsvolumen in diesem Jahr um satte 11 Prozent schrumpft.