Weltwirtschaftskrise

Weltbank- und IWF-Chefs sehen Erholung der Wirtschaft Mitte 2010

IWF-Boss Dominique Strauss-Kahn

IWF-Boss Dominique Strauss-Kahn

Im Kampf gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise fordert der Internationale Währungsfonds IWF noch mehr Anstrengungen zur Säuberung der Bankbilanzen von Ramschpapieren. Solange das Problem nicht gelöst sei, werde eine Erholung nicht möglich sein.

Das sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Washington. "Ich glaube, die Krise ist bei weitem noch nicht vorbei", betonte er. Der Fonds halte weiter an seiner Erwartung fest, dass sich in der ersten Hälfte 2010 eine Erholung der Wirtschaft einstelle. Diese Prognose hänge jedoch zu einem grossen Teil vom Erfolg im Kampf gegen die Ramschpapiere ab, die den Finanzsektor belasten und die Kreditvergabe behinderten.

Nach Berechnungen des Fonds muss sich die internationale Finanzbranche auf Verluste durch Giftpapiere und faule Kredite in Höhe von mehr als vier Billionen Dollar einstellen. Ein Drittel davon sei bereits abgeschrieben, der Rest stehe noch aus.

Der IWF erwartet für dieses Jahr, dass die Weltwirtschaft um 1,3 Prozent schrumpft und damit in die mit Abstand schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg stürzt. Für das kommende Jahr erwartet der Fonds ein leichtes globales Wachstum von 1,9 Prozent.

Weltbank-Präsident Robert Zoellick warnte derweil vor einer steigenden Abschottung der Märkte als Folge der Weltwirtschaftskrise. "Die Gefahren durch den Protektionismus wachsen", sagte Zoellick. Nach einer Aufstellung der Weltbank haben inzwischen mindestens 17 der 20 grössten Wirtschaftsnationen (G20) Massnahmen zum Schutz der heimischen Märkte ergriffen.

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