Telekommunikation

Weko schwächt laut Swisscom mit Fusionsverbot Wettbewerb

Konzernchef Carsten Schloter nimmt Stellung zu Weko-Entscheid

Konzernchef Carsten Schloter nimmt Stellung zu Weko-Entscheid

Nach Ansicht der Swisscom hat die Weko mit ihrem Verbot der Fusion von Orange und Sunrise ein Eigentor geschossen. Mit der Fusion wäre einer der wichtigsten Swisscom-Konkurrenten gestärkt und der Wettbewerb intensiviert worden.

Das sagte Swisscom-Präsident Anton Scherrer an der Generalversammlung in Zürich. "Denn die Grössenvorteile dieses Zusammenschlusses wären offensichtlich", sagte Scherrer weiter. So hätten die Investitionen und Fixkosten auf die doppelte Kundenzahl verteilt werden können.

Nun habe aber die Behörde mit ihrem Verbot "die aus betriebswirtschaftlicher Sicht logische Konsolidierung unterbunden, wie sie derzeit in vielen europäischen Ländern stattfindet", sagte Scherrer. Mit diesem Entscheid habe die Wettbewerbsbehörde weite Kreise überrascht. Es bleibe offen, ob die beteiligten Unternehmen Rekurs gegen den Weko-Entscheid einlegen würden.

Die "Swisscom steht starken Mitbewerbern gegenüber, der Wettbewerb im Schweizer Telekom-Markt spielt und es besteht somit kein unmittelbarer Bedarf an zusätzlicher Regulierung", betonte Scherrer. Eine Revision des Fernmeldegesetzes sei nicht nötig. Diese würde für alle Anbieter Rechtsunsicherheit bedeuten und Investitionen insbesondere ins Glasfasernetz gefährden.

Am Rande der GV wurde bekannt, dass Swisscom den Entscheid der Kommunikationskommmission (ComCom) zur Senkung der Gebühren für die Mietleitungen weiterzieht.

Wie Konzernchef Carsten Schloter der Finanznachrichtenagentur AWP sagte, herrschten zwischen Stadt und Land grosse Unterschiede. Hier müsse die Frage der regionalen Differenzierung einer Marktbeherrschung geklärt werden. Diese Frage sei auch beim Ausbau der Glasfasernetze wichtig.

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