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Weko gibt Tamedia grünes Licht für Kauf des «Landboten»

Journalisten der Zeitung "Der Landbote" bei der Arbeit (Archiv)

Journalisten der Zeitung "Der Landbote" bei der Arbeit (Archiv)

Der Medienkonzern Tamedia darf die Winterthurer Tageszeitung «Der Landbote» kaufen. Die Eidg. Wettbewerbskomission (Weko) hat die Übernahme genehmigt. Die Weko habe den Kauf als unbedenklich eingestuft und ihm ohne Auflagen zugestimmt, teilte Tamedia am Dienstag mit.

Tamedia hatte im August bekanntgegeben, die Mehrheit der Ziegler Druck- und Verlags-AG zu kaufen, welche den «Landboten» herausgibt. Bis Anfang 2014 will der Zürcher Konzern 90,5 Prozent der Aktien übernehmen. Mit dem Einzelaktionär, der die restlichen 9,5 Prozent besitzt, wolle man «in den nächsten Wochen das Gespräch suchen», heisst es in der Mitteilung.

Lange hatte Unsicherheit geherrscht, nachdem die Eigentümerfamilie der Ziegler Druck- und Verlags-AG ihre Verkaufsabsichten bekannt gegeben hatten. Die Tamedia war bereits 2005 mit 20 Prozent beim Winterthurer Medienhaus mit derzeit 230 Angestellten eingestiegen. Sie kauft nun für 49,6 Millionen Franken weitere 70,5 Prozent der Aktien.

Den Kaufvertrag hatte nicht die Tamedia, sondern ein anderer potenzieller Käufer ausgehandelt, die Tamedia machte jedoch von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch. Sie übernimmt damit das Aktienpaket des Winterthurer Medienhauses zu den Bedingungen, die der Konkurrent ausgehandelt hatte.

«Dritte starke Zeitungsstimme im Kanton Zürich»

Mit der Übernahme gehen sämtliche Aktivitäten und Mitarbeitenden an Tamedia über. Dazu gehören neben dem «Landboten» (Auflage knapp 32'000 Exemplare) und der Gratiszeitung «Winterthurer Stadtanzeiger» (Auflage 64'000 Exemplare) auch die auf Zeitschriften und Geschäftsdrucksachen spezialisierte Druckerei sowie verschiedene Liegenschaften.

Tamedia kündigt an, die Zusammenarbeit mit den Partnern «Zürcher Oberländer», «Zürcher Unterländer» und «Zürichsee-Zeitung» fortzuführen. Der Zeitungsverbund der Zürcher Regionalzeitungen (ZRZ) werde als «dritte starke Zeitungsstimme im Kanton Zürich» erhalten, so Tamedia.

Kein Stellenabbau

Bei der Auslands- und Inlandsberichterstattung wird der Zeitungsverbund mit der «Berner Zeitung» zusammenarbeiten. Die Zahl der Redaktionsstellen in Winterthur soll sich dadurch voraussichtlich nicht wesentlich verändern. Es werde jedoch wie bereits angekündigt mit Verlagerungen innerhalb der Redaktionen des «Landboten», des «Zürcher Unterländers», der «Zürichsee-Zeitung» und der Mantelredaktion der ZRZ zu rechnen sein, hiess es von Tamedias Seite.

Wie Redaktion, Verlag und Dienstleistungsbereiche organisiert würden, werde nach dem Vollzug der Übernahme im ersten Quartal 2014 festgelegt, heisst es in der Mitteilung. Die Zukunftsaussichten der Druckerei würden im Verlauf des nächsten Jahres geprüft. Dabei untersuche Tamedia, ob sich die Ausgangslage durch zusätzliche Druckaufträge von Dritten und von eigenen Medien verbessern lasse.

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