Die WEKO wurde aufgrund einer Anzeige tätig. Wie sie schreibt, liegen ihr Anhaltspunkte vor, dass Nikon Parallelimporte seiner Fotoprodukte in die Schweiz behindert oder verhindert hat. Die Untersuchung soll zeigen, ob sich der Verdacht erhärtet.

Rafael Corazza, der Direktor des WEKO-Sekretariats, sagte, WEKO-Leute und IT-Spezialisten hätten die Hausdurchsuchung am Nikon-Sitz in Egg ZH vorgenommen. Dabei seien sie von Kantonspolizisten begleitet worden.

Im Vordergrund der WEKO-Untersuchung stehen mutmassliche Absprachen zwischen Nikon Schweiz und Nikon-Niederlassungen im Ausland. Die Dauer der Untersuchung ist ungewiss. Gemäss Corazza ist die Kommission zufrieden, wenn sie ihre Arbeiten in 18 Monaten zu Ende führen kann. Das Verfahren kann in einer Busse enden.

Corazza erklärte, der Nikon-Fall liege ähnlich wie seinerzeit jener der Zahnpasta Elmex. Da das Verfahren hängig ist, machte er keine Angaben zu konkreten Details wie etwa den Preisunterschieden zwischen den Produkten im In- und Ausland.

Die WEKO hatte im Dezember 2009 im ähnlich gelagerten Fall der Zahnpasten Elmex und Meridol die Herstellerfirma Gaba International zu einer Busse von 4,8 Millionen Franken verurteilt. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig, wie an der Jahresmedienkonferenz der Kommission vom Montag in Bern zu erfahren war.

Die Abrede hatte zur Folge, dass der schweizerische Markt für Parallelimporte abgeschottet wurde. Schweizer Detailhändler konnten sich also nicht in benachbarten Märkten eindecken, in denen Elmex-Produkte billiger angeboten wurden. Dagegen klagte der Discounter Denner.