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Weitere Abgänge bei der Post

Marco Durrer und Myriam Meyer treten aus dem Verwaltungsrat zurück.Marc Wetli/HO

Marco Durrer und Myriam Meyer treten aus dem Verwaltungsrat zurück.Marc Wetli/HO

Auf die Generalversammlung der Post vom 16. April treten zwei weitere Mitglieder des Verwaltungsrats zurück. Das Gremium wird sich damit innert Jahresfrist um mehr als die Hälfte erneuern.

Das Postauto-Debakel hat auf der Führungsebene des «Gelben Riesen» ein mittleres Erdbeben ausgelöst. Bisher unbeachtet blieb, dass im neunköpfigen Verwaltungsrat (VR) zwei weitere Vakanzen hinzukommen.

Sie sollen allerdings nicht mit der Affäre um den Subventionsbetrug bei der Postauto-Tochter im Zusammenhang stehen, versichert die Post. Der Einladung zur ordentlichen Generalversammlung (GV) der Schweizerischen Post AG vom 16. April ist zu entnehmen, dass die beiden VR-Mitglieder Myriam Meyer und Marco Durrer auf dieses Datum zurücktreten.

Wahlvorschläge macht der Bundesrat

Der 67-jährige Durrer, ein ehemaliger Banker, gibt auch sein Amt als Vizepräsident des Verwaltungsrats der Postfinance AG ab. Durrer habe sich nach über neun Jahren Engagement entschieden, den Verwaltungsratssitz zu Gunsten einer jüngeren Person zur Verfügung zu stellen, erklärte die Post auf Anfrage. Er wolle sich vermehrt seinen übrigen Verwaltungsratsmandaten widmen. Dazu gehören vor allem Immobilienfirmen. Im Post-Verwaltungsrat leitete er während fünf Jahren den Verwaltungsratsausschuss Organisation, Nomination und Remuneration. Im Postfinance-Verwaltungsrat sass Durrer seit dem Jahr 2012.

Auch Myriam Meyer, die seit dem Jahr 2014 dem Verwaltungsrat angehört, will sich laut der Post-Medienstelle verstärkt auf ihre anderen VR-Mandate konzentrieren, zu denen die Robotik-Unternehmensgruppe Kuka und die Firma Lufthansa Technik gehören. Die 57-jährige promovierte ETH-Ingenieurin ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Technologie- und Strategieberatungsfirma mmtc.

Im Zusammenhang mit dem Postauto-Skandal waren letztes Jahr die VR-Mitglieder Adriano P. Vassalli und Susanne Blank aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten. Hinzu kam der altersbedingte Rücktritt von Andreas Schläpfer. Er wurde an der ordentlichen GV durch den Roche-Manager Peter Hug ersetzt. Eine ausserordentliche GV im November wählte die Wirtschaftsprüferin Bernadette Koch und als Vertreter des Personals den Swisspower-CEO Ronny Kaufmann als Nachfolger von Vassalli und Blank in den VR.

Das seit 2016 von Urs Schwaller präsidierte, neunköpfige Aufsichtsgremium der Post wird sich damit innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte erneuern. Die Nachfolge von Myriam Meyer und Marco Durrer wird erneut an einer ausserordentlichen GV geregelt. Die Suche nach neuen VR-Mitgliedern sei im Gang, heisst es im Infrastrukturdepartement Uvek. Wahlvorschläge macht der Bundesrat. Im Anforderungsprofil des Bundes werden für die VR-Mitglieder unter anderem ein einwandfreier Ruf, Unabhängigkeit und die Bereitschaft, die strategischen Ziele des Bundesrats umzusetzen, verlangt.

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