Weihnachtsverkauf

Weihnachtsverkauf: «Die Leute kaufen nicht mehr einfach drauflos»

Geschenke werden gekauft, Krise hin oder her (Archiv).

geschenk.jpg

Geschenke werden gekauft, Krise hin oder her (Archiv).

Für die Geschenkchenjäger läuft der Countdown bis zum Fest der Bescherung. Laut einer Umfrage von az strömen in der Region Aarau und Solothurn die Konsumfreudigen zuhauf durch die Läden, geben ihr Geld aber nur zurückhlaltend aus.

Die Vorweihnachtszeit wird nicht nur von den stimmungsvoll beleuchteten Gassen und Strassen oder dem gemütlichen Schmökern und Glühweintrinken auf den Märkten dominiert sondern auch vom stresserfüllten Gewühl in den Einkaufsgassen und dem Gedränge in den Warenhäusern. Denn Geschenke gehören zu Weihnachten, wie der Esel zum St. Niklaus. Nur noch zehn Tage dauert es bis zum Heiligabend und in vielen Städten sind die ersten Sonntagsverkäufe bereits über die Bühne gegangen. Zeit, um eine erste Bilanz zu ziehen.

«Die Frequenz in den Geschäften ist gut, der Umsatz hingegen fällt noch zögerlich aus», erklärt Marcel Suter, Präsident vom Zentrum Aarau, der Vereinigung der Aarauer Fachgeschäfte. Die Leute seien zwar in der Stadt, sie würden aber zurückhaltender und vor allem auch wählerischer und gezielter einkaufen. Diese Tendenz liess sich auch am Sonntagsverkauf feststellen. «Es waren zwar viele Leute unterwegs, doch der Umsatz vom Vorjahr konnte grösstenteils nicht erreicht werden», sagt Suter. Er rechne damit, dass dieses Jahr viele Leute ihre Weihnachtskäufe später abhalten und dass die letzten Tage vor Weihnachten sehr streng ausfallen würden.

Als ausschlaggebenden Faktor nennt Suter das überaus warme Novemberwetter, das keine Vorweihnachtsstimmung hatte aufkommen lassen. «Gerade in der Modebranche lief sehr wenig, denn man kauft den Pelzmantel erst, wenn es kalt wird, so wie man sich auch erst mit einer Skiausrüstung eindeckt, wenn es schneit.» Suter befürchtet, dass der Umsatz nicht auf das Vorjahresniveau gelangt.

Im Shoppingcenter Tivoli fällt der Gesamtumsatz gemäss den Aussagen von Fabrice Nussbaumer, Teamleiter Marketing, im Vergleich zum letzten praktisch gleich aus. «Wir sind gut im Rennen, auch wenn sich in einzelnen Bereichen der Umsatz zeitlich verlagert hat.» Gleiches gelte auch für den ersten Sonntagsverkauf. Dieser sei erfolgreich gewesen.

«Der Dezember lief bei uns schon immer gut», betont Thomas Bornhauser, Pressesprecher der Migros Aare. Und dies sei auch dieses Jahr so, Krise hin oder her. «Der Weihnachtsverkauf fällt gemäss dem Vorjahresniveau aus», erklärt Bornhauser. Er stelle aber fest, dass viele Konsumenten zu praktischen Alltagsgegenständen greifen würden. «Die Leute kaufen nicht mehr einfach drauf los, sondern sie wollen sich beraten lassen und Vergleiche ziehen», sagt Bornhauser.

Diese Tendenz bestätigt auch Willy Reinmann, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn. «Die Leute wählen gezielter aus und prüfen die Produkte genau.» Beim Weihnachtsverkauf sei aber kein grosser Einbruch zu verzeichnen. Die Konsumenten seien zwar etwas verhaltener, doch Geschenke würden nach wie vor gekauft. Dass die Wirtschaftskrise die Kauflaune negativ beeinfluss, davon könne nicht die Rede sein.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1