Untersuchung

Wegen Preisabsprachen: Wettbewerbskomission büsst Skihersteller Stöckli

Stöckli muss eine Busse von 140000 Franken bezahlen.

Stöckli muss eine Busse von 140000 Franken bezahlen.

Nach einer 18 Monate langen Untersuchung wegen Preisabsprachen kommt es zu einer einvernehmlichen Einigung. Der Skibauer aus Malters muss dennoch 140000 Franken Busse bezahlen.

Die Vorwürfe waren happig: vertikale Preisabsprachen, Verbot von Online-Handel, Behinderung von Querlieferungen zwischen Händlern. Die Wettbewerbskommission Weko fuhr im Oktober vergangenen Jahres das volle Geschütz gegen den einzig verbliebenen Skihersteller aus der Schweiz auf.

Im Raum stand eine Busse in der Höhe von 10 Prozent des im relevanten Markt erzielten Umsatzes in den letzten drei Jahren. Bei einem Gesamtumsatz von rund 65 Millionen Franken pro Jahr, rechnete man am Hauptsitz im Luzernischen Malters mit einer Busse in Millionenhöhe.

Mit der Voruntersuchung hat das Verfahren 18 Monate lang gedauert, nun ist es abgeschlossen. Laut einer am Donnerstagmorgen veröffentlichten Medienmitteilung der Wettbewerbshüter liegt eine einvernehmliche Regelung mit Stöckli vor. Der Skibauer muss für unzulässige Preisabreden eine Busse von rund 140000 Franken bezahlen.

Die Begründung: Zwischen Stöckli und ihren Skihändlern bestanden zwischen Ende 2003 bis Ende 2018 unzulässige vertikale Preisabreden betreffend Stöckli Skis. Das Unternehmen hat gemäss Weko dabei die Händler verpflichtet, die Schweizer Verkaufspreise von Stöckli nicht zu unterbieten. Solche Vereinbarungen würden den Wettbewerb hemmen und verstossen daher gegen das Kartellgesetz, erklärt die Weko. Laut Gesetz spielt es dabei keine Rolle, ob diese Vereinbarungen überhaupt angewandt wurden. Es genügt, wenn sie irgendwo niedergeschrieben oder mündlich vereinbart worden sind.

Das ist bei der Untersuchung gegen Stöckli dem Vernehmen nach der Fall: Offenbar ist Stöckli über eine Vertragspassage gestolpert, die seit 2003 in den Verträgen mit den Händlern steht. Diese hat den Eindruck erwecken können, dass es Preisabsprachen gegeben habe Sie kam aber gar nie zum Einsatz. Das bestätigen mehrere Skihändler auf Anfrage. Stöckli ist sozusagen der «letzte Mohikaner».

Das Unternehmen hat als einziger grosser Schweizer Skihersteller überlebt. Knapp 60000 Paar Ski stellt Stöckli pro Jahr her. Die Kapazität liegt bei 65000 Ski pro Jahr. Mit einem Marktanteil von rund 14 Prozent liegt Stöckli in der Schweiz leicht hinter den ausländischen Playern Head, Atomic und Rossignol zurück.

schreibt Stöckli in einer Stellungnahme. Man habe von Beginn der Untersuchung an mit der Behörde vollständig kooperiert und aufgebrachte Mängel an alten Vertriebsverträgen sofort behoben. «Es ist für uns wichtig festzuhalten, dass die von der WEKO bemängelten Sachverhalte weder unsere Kunden noch unsere Fachhändler benachteiligten und für sie auch kein Schaden entstanden ist», schreibt das Unternehmen.

Der Ski-Markt sei äusserst wettbewerbsintensiv und funktioniere. «Wir sind nun froh, mit der einvernehmlichen Regelung dieses Dossier abschliessen und uns auf unser Geschäft fokussieren zu können.» Das Unternehmen verpflichtete sich in der einvernehmlichen Regelung, den Händlern keine Mindest- oder Festverkaufspreise vorzuschreiben. Die Händler sind so entsprechend frei in der Preissetzung von Stöckli Skis.

Zwischen den Zeilen der Stellungnahme des Skibauers ist zu lesen, dass man nicht ganz glücklich mit dem Ausgang des Verfahrens ist. Unter dem Strich ist in der monatelangen Untersuchung auch nicht viel von den Vorwürfen gegen das KMU mit 250 Mitarbeitern hängen geblieben. Dafür spricht auch die tiefe Busse - die offenbar hätte höher ausfallen können. «Die volle Kooperation von Stöckli hat sich sanktionsmildernd ausgewirkt», schreibt die Weko.

Einvernehmlich geregelt wurde auch der Umgang mit dem Online-Handel, Querlieferungen zwischen Stöckli Vertriebshändlern und dem Direkt- und Parallelimport von Stöckli Produkten. Welche Punkte dort die Weko beanstandet hat, ist gemäss Medienmitteilung unklar. Offenbar konnten die Vorwürfe offenbar nicht erhärtet werden.

Autor

Roman Schenkel

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