Weko

Wegen Preisabsprachen: Kartell-Verdacht gegen Autoleasing-Firmen

Die Leasing-Branche gerät in den Fokus der Wettbewerbskommission: Gegen führende Firmen wie die Amag Leasing AG sowie Finanzdienstleister wurde eine Untersuchung wegen Preisabsprachen eröffnet.

Schweizer Autoleasing-Firmen stehen unter Verdacht, regelmässig die Preise abgesprochen haben. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat bei Finanzdienstleistern von Autoimporteuren und Herstellerkonzernen entsprechende Untersuchungen eingeleitet.

Darunter finden sich etwa die Finanzdienstleister der Autoimporteure Amag und Emil Frey, wie die Weko am Dienstag mitteilte. Daneben seien aber auch Firmen der Hersteller BMW, Fiat, Ford, General Motors, Mercedes-Benz, PSA und Renault betroffen. Bei den betroffenen Unternehmen seien Hausdurchsuchungen durchgeführt worden.

François Launaz, Präsident der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure: «Es gab bestimmt keine Preisabsprachen.»

François Launaz, Präsident der Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure: «Es gab bestimmt keine Preisabsprachen.»

Diese Unternehmen hätten möglicherweise sensible Informationen betreffend Zinssätze sowie Vertrags- und Händlerkommissionen ausgetauscht. Dass Leasing-Firmen im Fokus der Wettbewerbshüter stehen ist neu: "Bisher war Leasing kaum ein Thema bei der Weko", sagte Weko-Direktor Rafael Corazza auf Anfrage.

Die Tragweite sei aber gross, denn die Finanzierung von Autos mittels Leasing sei in der Schweiz ein bedeutendes Geschäft, sagte Corazza weiter. Der Jahresumsatz lag 2013 beim Leasing von Autos und Lastwagen bei über 7 Mrd. Franken, wie Zahlen des Schweizerischen Leasingverbandes zeigen. Allein bei den Personenwagen wurden im letzten Jahr fast 200'000 Neuabschlüsse unterzeichnet.

Bis die Abklärungen abgeschlossen seien, dauere es erfahrungsgemäss rund eineinhalb Jahre, sagte Corazza. (sda)

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