Ohne diesen Sondereffekt würde die SRG für 2012 keinen Verlust verzeichnen, versicherte de Weck im Interview mit der "SonntagsZeitung". Die SRG wolle die Pensionskasse "in einem einmaligen Willens- und Kraftakt" nachhaltig aufstellen.

Über den geplanten Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat werden die SRG-Versicherten noch in einer Urabstimmung befinden. Beim Beitragsprimat hängen die Leistungen im Alter vom effektiv angesparten Kapital ab, beim Leistungsprimat vom versicherten Lohn.

Die SRG plane diese "riesige Hausaufgabe" ein Jahr früher als geplant - und zwar ganz aus eigener Kraft. Anders als bei anderen Service-public-Unternehmen habe der Bund die Pensionskasse der SRG nie rekapitalisiert, betonte de Weck.

"Deutliche" Einbussen bei Werbespots

Die SRG hat die detaillierten Zahlen zur Jahresrechnung 2012 noch nicht publiziert. Laut de Weck muss das Unternehmen bei den Einnahmen aus Werbespots "deutliche Einbussen" hinnehmen - dies nach zwei Boomjahren. Die SRG sei aber darauf eingestellt gewesen: "Die Kosten bleiben im Griff."

Investiert werde in die Liegenschaften, wo beträchtlicher Nachholbedarf bestehe. Und wo möglich, werde Radio und Fernsehen örtlich zusammengeführt. In Basel sei künftig die ganze Kulturabteilung von SRF stationiert.

In Lugano werde das Radio- ins Fernsehstudio umziehen. In Zürich werde mittelfristig das Radiostudio Brunnenhof aufgegeben, um im Studio Leutschenbach konvergent zu arbeiten. Auch werde die Geschäftsleitung neue IT-Projekte noch strenger selektionieren und die Umsetzung "kritisch und agil" begleiten.

2011 schrieb die SRG erstmals seit fünf Jahren wieder schwarze Zahlen. Sie erzielte einen Überschuss von 25,75 Millionen Franken. Im Jahr zuvor (2010) hatte noch ein Verlust von 12,3 Millionen Franken resultiert - bei einem Umsatz von rund 1,6 Milliarden Franken.