Der Industriestandort Aargau blutet. Roche, Rockwell und Alstom haben in den letzten Wochen einen massiven Stellenabbau beschlossen. Der grösste Aderlasss aber wird bei General Electric erwartet: 1300 Jobs stehen auf dem Spiel. GE kommentiert diese Zahl nicht.

Gespannt blickt die Schweiz derzeit in die USA, wo die Entscheide fallen werden. Vor Anlegern gab GE am Montag seine Milliarden-Sparstrategie bekannt, ohne auf den Aargau konkret einzugehen.

Für den Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann ist "ein weiterer Massenabbau von Stellen nach der seit Januar 2016 vollzogenen Stellenreduktion ein harter Schlag für den Industriestandort".

Urs Hofmann: "Ein harter Schlag"

Urs Hofmann: "Ein harter Schlag"

Zwei wichtige Termine

Die Schweizer Angestellten von General Electric haben sich zwei Termine gemerkt: Am 16. November soll es eine interne Mitarbeiterinformation geben. Mit detaillierten Informationen rechnet man intern mittlerweile nicht mehr vor Anfang Dezember. Etwa darüber, welche Stellen gestrichen oder welche Standorte geschlossen werden.

Und für den 20. November wurden die Angestelltenorganisationen eingeladen. Auch die Angestelltenverbände wissen derzeit nicht, was sie von dieser Sozialpartner-Information konkret erwarten sollen.

Bundesrat setzt sich für Industrie ein

Der Kanton Aargau und der Bundesrat wollen alles unternehmen, um dem hiesigen Wirtschaftsstandort zu retten. Am Dienstag teilte die Aargauer Regierung mit, dass sie in Atlanta und Paris Gespräche mit der Konzernleitung von General Electric geführt habe. Mit von der Partie waren u.a.:

  • Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, 
  • Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbands,
  • Die Aargauer Staatsschreiberin Vincenza Trivigno und
  • Russel Stokes, Präsident und CEO der GE Energiesparte.

Am Treffen von Mitte Oktober in Atlanta sei eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, die nach Möglichkeiten sucht, den Forschungs- und Produktionsstandort von General Electric im Aargau zu sichern. Ein weiteres Treffen zum Thema habe Anfang November in Paris stattgefunden.

Zu den Bemühungen erklärt der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann: "Mit unseren Aktivitäten verfolgen wir das Ziel, die negativen Auswirkungen auf den Industriestandort Aargau möglichst klein zu halten und die Voraussetzungen zu schaffen, dass in Zukunft neue Tätigkeiten aus anderen Geschäftsbereichen aufgebaut werden." So etwa aus dem Bereich erneuerbare Energien oder Energiespeicherung.

Der Aargauer Regierungsrat und Bundesrat Johann Schneider-Ammann würden "alles daran setzen", gegenüber GE "die Stärken und Vorteile des Forschungs- und Produktionsstandortes Schweiz aufzuzeigen", heisst es in der Mitteilung vom Dienstag. Diese sollen bei der Ausgestaltung der Restrukturierung sowie der künftigen Weiterentwicklung des Unternehmens gebührend berücksichtigt würden. (jk)