Herr Stoffel, Sie haben sehr hohe Beteiligungen in bis zu dreistelliger Millionenhöhe an Unternehmen aufgebaut. Warum lassen Sie sich auf derartige Klumpen-
risiken ein?

Remo Stoffel: Warum soll ich Klumpenrisiken eingegangen sein? Meinem Unternehmen, der Priora, geht es nicht besser, wenn ich mir mit dem Geld einfach Dividenden ausschütte. Ich investiere in Aktien, um ein gutes Gegengewicht zu meinem Engagement in Immobilien zu haben.

Normalerweise investieren Anleger etwa 40 Prozent Ihres Gelds in Aktien und den Rest weitgehend in risikolosere Obligationen. Warum legen Sie den gesamten, freien Cash Ihrer Holding in Aktien an?

Immobilien erachte ich als Obligationen. Daher sind Kapitalmarkt-Investitionen ein Ausgleich zum Risiko, das ich auf dem Immobilienmarkt eingehe. Das gesamte Wertschriftenportfolio beläuft sich auf rund 750 Millionen Franken. Aufgeteilt ist es in Titel von 10 bis 15 verschiedenen Firmen.

Ist das alles Ihr Geld, das Sie in der Holding thesauriert haben, oder haben Sie auch Kredite aufgenommen, um in Aktien zu investieren?

Das sind meine Reserven.

Ende 2015 war absehbar, dass der Aktien-Hype sein Ende finden dürfte. Warum stiegen Sie nicht aus, zumindest bei Galenica, deren Kurs enorm hoch war?

Was hätte ich mit dem Geld machen sollen? Ich will ja nicht alles Geld aus der Firma nehmen, auf einer Jacht liegen und Partys feiern. Ich gehe auch nicht ins Casino und setze alles auf drei Zahlen. Ich beteilige mich langfristig an gut positionierten Firmen, wie ich das seit 20 Jahren mit meinen Immobilien mache. Da war der Trend mein Freund. Geduld bringt Rosen.

März 2015: Investor Stoffel zur Kritik am Valser Hochhaus-Hotel

Seit Bekanntgabe hat das geplante Hochhaus-Hotel in Vals für grosse Diskussionen gesorgt. Heute wurde das Projekt den Medien vorgestellt. Investor Remo Stoffel nimmt Stellung zu den Kritikpunkten

Es heisst, Sie hätten Steuerschulden in der Höhe von 150 Millionen Franken. Sind sie bezahlt?

Diese Behauptungen sind heisse Luft.

Sie haben also keine unbezahlten Steuer-Nachforderungen?

Genau.

Hotels in den Bergen rentieren meist nicht. Warum investieren Sie in diese Branche?

Früher bauten wir Ferienwohnungen in Kurorten. Das Geschäftsmodell funktioniert nach der Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative nicht mehr. Wer heute in den Bergen kommerzielle Angebote schaffen will, muss also in Hotels investieren. Bei unseren Salären und den vorgeschriebenen Mindestlöhnen müssen wir teurer sein, um die Kosten finanzieren zu können. Deshalb schaffen wir in Vals ein Hotelangebot, das diese Kosten wieder einspielt.

Was sagen die Valser zum Hochhaus-Projekt?

Reaktionen nach der Präsentation des Mega-Projekts (März 2015).