Arbeitswelt der Zukunft

Was Sie in Zukunft können müssen: So sind sie für den neuen Arbeitsmarkt gewappnet

Robotisches Fertigungslabor an der ETH Zürich: Roboter als Maurer dank Digitalisierung.

Robotisches Fertigungslabor an der ETH Zürich: Roboter als Maurer dank Digitalisierung.

Die Digitalisierung verändert die Anforderungen am Arbeitsmarkt. Wir haben die wichtigsten Fragen beantwortet.

Was heisst die digitale Revolution für die Ausbildung?

Spezialisierung wird wichtig bleiben. Welche Berufe gefragt sein werden, steht aber in den Sternen. Gerade die Digitalisierung zeigt, wie sich die Berufswelt immer schneller verändert. Diese Geschwindigkeit wird nicht abnehmen. Es wird noch wichtiger, flexibel zu sein und Gelegenheiten zu nutzen. Allgemeinbildung kann helfen, Chancen zu erkennen, und sie erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man schon etwas von der Materie versteht, in die man sich wird einarbeiten müssen. Das Wichtigste aber: Man soll lernen, was einen interessiert. Nur dann kann man aus dem Durchschnitt herausragen, aus der Routine ausbrechen – aus dem also, was die Maschinen als Erstes übernehmen werden.

Welche Fähigkeiten werden gefragt sein, welche verlieren an Bedeutung?

Neugierde und Wissenshunger sind wichtig, um nicht stehen zu bleiben, auf der Lernkurve. Die Fähigkeit, Unerwartetes, zu sehen und hervorzubringen, könnte matchentscheidend werden. Kreativität dürfte die letzte menschliche Bastion sein, die Roboter je einnehmen werden, falls überhaupt. Dazu gehört auch Unternehmergeist, der Mut, etwas Neues zu denken und auch umzusetzen. Analytisches Denken bleibt gefragt: Einen komplexen Sachverhalt möglichst schnell und mit einem natürlichen Sinn für das Wesentliche durchschauen, ihn in die relevanten Teilprozesse «zerlegen» zu können. Aber auch das Umgekehrte, die Synthesefähigkeit: Sich aus viel Verschiedenem, vielleicht Verwirrendem, einen Reim machen zu können, den Sinn sehen, den Wald vor lauter Bäume nicht aus den Augen verlieren. Zuverlässigkeit, Präzision und Loyalität werden nicht einfach nicht mehr geschätzt sein. Aber es sind Dinge, die auch Maschinen können. Mit den Worten von Apple-Gründer Steve Jobs: Stay hungry, stay foolish – hungrig bleiben und ein wenig verrückt!

Worauf sollte ein junger Mensch bei der Berufswahl achten?

Hier gilt analog zur Wahl der Ausbildung: Einen Beruf wählen, den man liebt. Trotz aller Unsicherheit, mit der die Zukunft behaftet ist, ist absehbar, dass die Luft für automatisierbare Jobs dünn wird. Arbeiten, die viel Routine beinhalten, wo sich die gleichen Arbeitsschritte oft wiederholen, können nämlich am ehesten durch eine Programmanweisung erledigt werden.

Wie sollen sich Erwachsene weiterbilden, wie bleibt man à jour?

Man spricht schon lange vom lebenslangen Lernen. In Zukunft wird man aber nicht mehr darüber reden – man wird es einfach voraussetzen. Um flexibel zu bleiben, muss man bereit sein, immer wieder viel Neues zu lernen und sich womöglich mehrmals im Leben auf Neues zu spezialisieren. (TM)

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